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Fabricius, Paul

Paul Fabricius

„Paulus Fabricius Rö. Khü. Mat. Mathematicus vnd der Ertzney Doctor“ (Selbstbezeichnung auf dem Titelblatt, zit. 1558 (Reihe 1))
* ca. 1528 Lauban/Oberlausitz, † 20.4.1589 Wien
Kalender seit 1556, verfaßt bis 1590

Paul Fabricius wurde etwa 1528 in Lauban (poln. Lubań), ca. 25 km östlich von Görlitz) in der Oberlausitz geboren. Dieses ungefähre Geburtsjahr folgt aus dem Text, der unter dem 1555 von dem Nürnberger Hans Lautensack gefertigten Porträt von Paul Fabricius steht: „M. Paulo Fabricio, Ro: Regis Mathematico, agenti annum 27 faciebat fraternae amicitiae ergò HL Noricius Pictor. 1555“ (das Bild befindet sich im Palazzo della Farnesina, Rom, siehe Höss, 1967, S. 59, Abb. 64). Damit kann die in der Literatur anzutreffende Ungewißheit über das Geburtsjahr (1519 oder 1529) als entschieden gelten.
Der hier vorzustellende Paul Fabricius ist nicht zu verwechseln mit dem von 1549 bis 1555 in Nürnberg tätig gewesenen Buchdrucker Julius Paulus Fabritius (geb. ca. 1519; zu diesem siehe Reske, 2007, S. 682). Ohne Angabe von Belegen behauptete erstmals Josef Benzing, daß der Drucker in Nürnberg und der Mathematiker in Wien „sicherlich identisch“ seien (Benzing, 1982, S. 360). Seitdem werden beide Personen in der Literatur vermengt (vgl. z. B. Grieb, 2007, Bd. 3, S. 1353). Verschiedene biographische Details sprechen aber ebenso für eine Unterscheidung beider Personen wie die Tatsache, daß Julius Paulus F. noch 1555 in Nürnberg druckte (Staphylus, 1555), während Paul F. bereits seit 1553 als Mathematiker an der Universität in Wien tätig war. Da sowohl Julius Paulus als auch Paul aus Lauban stammen, könnten beide miteinander verwandt sein.
Über die Eltern und Kindheit von Paul Fabricius konnten keine Einzelheiten ermittelt werden. Offenbar war Fabricius verwandt mit Martin Behm (1557–1622), lutherischer Pfarrer und Liederdichter in Lauban. Behm (Bohemus, Böhme) hatte „im 17. Jahr seines Alters sich nach Wien mit einem seiner nahen Anverwandten/ dem Hrn. D. Paulo Fabritio, Laub. Medico Kayserl. Maj. Mathematico und Professore zu Wien/ der 1574. nach Lauban die Seinen zu besuchen kommen war“ gewendet, wo er zwei Jahre als Hauslehrer arbeitete (Hoffmann, 1707, S. 135).
Michael Denis vermutete 1780 ohne Angabe einer Quelle, daß Fabricius eventuell unter → Johannes Schöner Mathematik studiert haben könnte („scheinet zu Nürnberg, vielleicht noch unter Joh. Schonern, die Mathematik studiret zu haben“, so in Denis, 1780, S. 285), wofür aber ein weiterer Beleg fehlt. Andere Autoren übernahmen diese Vermutung (Jöcher/Adelung, 1784, Bd. 2, Sp. 990; Otto, 1800, Bd. 1, S. 301). Für den Besuch der Universität in Paris (behauptet in ebd.), konnte ebenfalls kein weiterer Beleg ermittelt werden. Ein autobiographisches Dokument liefert das Detail, daß Fabricius sich 1551 in Augsburg aufhielt, wo er „in ausgang des grossen Reichstags, auch von den durchleuchtigsten Fürsten und Herrn Herrn Philippum (damals princen in Hispanien) mit In in Hispanien zu ziehen erfordert worden“ war (Brief von Paul Fabricius an Kaiser Rudolph II., 17.7.1577, ÖNB Wien, Ms. Cod. 8805, zitiert nach Kaufmann, 1993, S. 219). Nachdem er sich bei dem späteren König Philipp II. von Spanien (regierte ab 1556) aufgehalten hatte, kehrte er 1553 erst nach Nürnberg zurück und ging dann nach Wien. Fabricius schrieb darüber 1577: „Ich bin Anno 1553 durch Herrn Doctorem Zasium als einen khönighlichen Abgesanten, auss dem Reich von Nürnberg in namen unnd auf gehaiß hochloblichister gedächtenus Ferdinandi Römischer khöninglichen Maiestäts etc. alhieher gehn Wien für einen Mathematicum […] erfordert worden“ (ebd.). Die Verbindung nach Wien kam somit über den Kaiserlichen Rat Johann Ulrich Zasius (1521–1570) zustande (vgl. Fröde, 2010, S. 56).
In Wien schrieb sich Fabricius im Wintersemester 1553/54 in die Matrikel der Universität ein (Szaivert/Gall, 1971, S. 104 „Paulus Fabricius Laubensis Silesius dt. singuli 2 sol. den.“; Fröde, 2010, S. 57 nennt den 13. Oktober 1553 als Aufnahmedatum) und hielt als „Mathematicus secundus“ Vorlesungen an der Artistenfakultät (Winter, 1980, S. 11). 1556 erhielt er die Mathematikprofessur mit einem Jahresgehalt von 100 Gulden (Seethaler, 1982, Bd. 1, S. 116), was 1558 auf 130 Gulden erhöht wurde (ebd., S. 373, Anm. 4, hier der Hinweis auf die Akte Fabricius im UA Wien, in Anm. 5 weitere Literatur zur Biographie). Im Jahr zuvor wurde er erst zum Baccalaureus (16.2.1557), dann zum Licentiaten (23.3.1557) und zum Doktor der Medizin promoviert (Fröde, 2010, S. 57f.). Fabricius war Hofmathematiker und Leibarzt der Kaiser Karl V. (regierte seit 1519), Ferdinand I. (1558), Maximilian II. (1569) und Rudolph II. (1576). Neben dem Brief an Rudolph II. sind auch Briefe an Hugo Blotius (1533–1608) überliefert (ÖNB Wien, Ms. Cod. 9737, vgl. Aschbach, 1888, S. 194, Anm. 1; zu weiteren Briefen siehe „Frühneuzeitliche Ärztebriefe“, Datenbank „Fabricius, Paul“).
Fabricius heiratete am 24. Februar 1555 Walpurgis Rithaimer (gest. 25. April 1572), Tochter des seit 1515 in Wien lehrenden Georg Rithaimer (gest. 1543). Mit ihr hatte er fünf Töchter (Fröde, 2010, S. 57 mit Verweis auf Winter, 1980). Nach dem Tod von Walpurgis heiratete Fabricius Barbara Aichinger (gest. nach 1603), Tochter von Caspar Aichinger, Bürger aus Neuburg am Inn (Fröde, 2010, S. 67, Anm. 95).
Mehrfach reiste Fabricius in seine Geburtsstadt Lauban, um seine Familie zu besuchen. Auf einer Rückreise nach Wien besuchte er 1574 → Bartholomaeus Scultetus in Görlitz (Fröde, 2010, S. 64). Die Verbundenheit zu seiner Heimat blieb auch während seines langjährigen Wirkens in Wien erhalten. Ausdruck dessen ist z. B. die Schenkung einer Sonnenuhr für die Bibliothek in Zittau (ebd., S. 69, hier auch die Wiedergabe des Begleitbriefes von Fabricius an den Zittauer Bürgermeister Nicolaus von Dornspach vom 13. Juni 1564).
Bei verschiedenen Anlässen ließ er seine (lateinischen) Dichtungen drucken, so daß er auch als Poet bekannt ist. Aufgrund kaiserlicher Privilegien durfte er Poetenkrönungen vornehmen, z. B. setzte er am 12. Juli 1558 dem Nürnberger Heinrich Ec[c]ard und wenig später am 10. September u. a. → Hieronymus Lauterbach den Lorbeerkranz auf (andere Drucke, Titel 10, 11; vgl. Aschbach, 1888, S. 60–62). Als Astronom trat er mit astronomischen Tabellen (andere Drucke, Titel 12, 14) sowie mit Schriften zu den 1556, 1558 und 1577 erschienenen Kometen und zur Supernova von 1572 in Erscheinung (andere Drucke, Titel 4, 8, 24, 25, 22). Die Supernova in der Cassiopeia deutete auch Fabricius als ein Zeichen für das Nahen des Jüngsten Tages, woran der Komet von 1577 erinnern sollte (vgl. Quellenzitat 2). Im kaiserlichen Auftrag verfertigte er auch geographische Karten (anderer Druck, Titel 18). Er wirkte ebenfalls als Instrumentenbauer, z. B. erneuerte er 1573/74 die große Schauuhr am Rathaus zu Olmütz, wofür er 500 rheinische Gulden vom Rat der Stadt erhielt (Zinner, 1956/79, S. 312 mit Verweis auf Akten im StA Olmütz; weitere Details in Fröde, 2010, S. 62). Bedeutung erlangte Fabricius auch als Botaniker, indem er „eines der ersten botanischen Werke über Wien“ herausgab (Fröde, 2010, S. 62; vgl. anderer Druck, Titel 8). In theologischen Fragen griff er Flacius Illyricus an und bezog Stellung im Sinne der Philippisten (Kaufmann, 1993, S. 144, auf S. 276 in Anm. 25 der Hinweis auf die in einem Sammelband verborgene Schmähschrift gegen Illyricus „De Infami Cuculo, Flacio Illyrico Huiusque Improbissimo Genere […]“, [Wien ?] 1568, HAB Wolfenbüttel, 95.10.2 Quod., fol. 309b–310a). Im Vorfeld der Kalenderreform von Papst Gregor XIII. wurde Fabricius 1578 von Kaiser Rudolph II. beauftragt, ein Gutachten über das päpstliche „Compendium novae rationis restituendi Kalendarium“ (1577) zu erstellen (Steinmetz, 2011, S. 78, 220). Der Kaiser schickte das Gutachten Anfang 1579 nach Rom (überliefert in der BAV Rom, Vat. Lat. 5645, f. 128–147, nach Steinmetz, 2011, S. 220, Anm. 1106). Nachdem die Kalenderreform 1582 beschlossen war, veröffentlichte Fabricius einen Einblattdruck (anderer Druck, Titel 27), auf dem er die praktische Umsetzung des Übergangs vom 4. auf den 15. Oktober 1583 veranschaulichte (vgl. Steinmetz, 2011, S. 220, hier der Hinweis auf Uhlirz, 1891, S. 640–642, wo der Text des Einblattdrucks einschließlich des Widmungsbriefes und eines Briefes vom Kaiser an Fabricius wiedergegeben wird). Er starb hoch angesehen am 20. April 1589 in Wien (Fröde, 2010, S. 66 mit Anm. 91; falsch ist das Todesjahr 1588 in Jöcher/Adelung, 1784, Bd. 2, Sp. 990, dort auch eine Liste mit 19 Schriften, von denen die zuerst genannte heute nicht als Einzelschrift auffindbar ist: „Historia de divo Abrahamo mactaturo ex jussu Dei filium Isaac carmine scripta, Nürnberg, ohne Jahr, aber doch während seines Aufenthaltes daselbst unter Schonern, in 4; auch bey seiner Elegia gratulatoria vom Jahr 1556, ingleichen bey seiner Laurea poet. vom Jahr 1558.“).
Bei Paul Fabricius läßt sich das Verfassen von Kalendern ab dem Jahr 1556 nachweisen (Seethaler, 1982, Bd. 1, S. 117). Daß neben dem deutschen Kalender regelmäßig auch ein lateinischer erschien, läßt das lateinische Prognostikum für 1556 vermuten, das von Ernst Zinner angegeben wurde (Zinner, 1941/64, S. 222, Nr. 2116). Das älteste überlieferte Exemplar eines Schreibkalenders in Quart ist der „Almanach“ für 1558, dem ein „Prognosticon“ als ein zweiter Teil angehängt war. Auf dem Titelblatt dieses Prognostikums wird direkt Bezug genommen auf den Kalender (vgl. Seethaler, 1982, Bd. 2, S. 535: „Sampt einem bericht vom Wetter/ welchs in Calendern gesetzt wirdt“). Auch in dem Prognostikum für 1562 verwies Fabricius hinsichtlich der Planetenaspekte auf den Kalender als den zugehörigen ersten Teil. Weil „die guten oder bösen aspect der planeten in der practica verzeichnet/ vnd ist diß (die warheit zusagen) ein sehr guter brauch auß der rechten kunst der Astronomia genommen […] Darumb ich dann auch in Kalender die grad aller planeten auff alle tage angezeiget […]“ (Prognostikum für 1562, S. A4b–B1a). Der für 1576 herausgegebene Schreibkalender trug zum ersten Mal im Titel eines in Wien gedruckten Kalenders die Bezeichnung „Schreib Calender“ (davor stets „Almanach“; Seethaler, 1982, Bd. 2, S. 556). Bemerkenswert ist, daß von Fabricius auch tschechische und ungarische Kalender erschienen (RMNy, 1971, S. 137 mit Erwähnung eines Briefes vom 1. Januar 1558 von Fabricius an den ungarischen Adligen Graf Tamás Nádasdy; vgl. Seethaler, Bd. 1, S. 117, S. 135). Nach dem Tod von Fabricius durfte dessen Witwe aufgrund einer Bewilligung von der niederösterreichischen Regierung die schon vorbereiteten Kalender weiterhin veröffentlichen (Höss, 1967, S. 64, Anm. 11 mit dem Hinweis auf die Akte im UA Wien). Später wurde dessen Reihe des großen Schreibkalenders von → Maximilian Tripet fortgeführt.
Paul Fabricius betonte immer wieder in seinen Prognostiken, daß er die Kalender und Vorhersagen amtshalber erstellen müsse (Seethaler, 1982, Bd. 1, S. 120). Das ist bereits ein Hinweis darauf, daß er gegenüber den astrologischen Vorhersagen kritisch eingestellt war, ohne jedoch die Grundannahme, daß die Gestirne die irdischen Verhältnisse beeinflussen, abzulehnen. Deutlich wird diese Haltung z. B. im Widmungsschreiben des Prognostikums für 1562, in dem er hervorhob, daß man die Witterung nicht mit Gewißheit vorhersagen könne, schon gar nicht für ein ganzes Jahr im Voraus, weil Luft, Wind und Wetter an den verschiedenen Orten der Erde sehr unterschiedlich seien (siehe Quellenzitat 1). Fabricius war einer der ersten Kalendermacher, der eigene astronomische Beobachtungen in seinen Kalendern veröffentlichte. So berichtete er über die Sonnenfinsternis vom 20. Juni 1582 und über die Kometenerscheinung vom 14. bis 24. Mai 1582 (siehe Quellenzitat 3).
Heute ist bekannt, daß vor Fabricius bereits → Dionysius Sibenburger (Kalender für 1540), → Christoph Stathmion (für 1543), → Georg Seyfridt (für 1544), → Johannes Berthold Seipel (für 1545), → Simon Heuring (für 1548), → Johann Schröter (für 1551), → Joachim Heller (für 1553), → Johann Hebenstreit (für 1554), sein Wiener Kollege → Bartholomaeus Reisacher (für 1554) sowie → Simon Titius (für 1555) Schreibkalender in Quart verfaßt haben. Aufgrund der Bedeutung der Kalenderart „Schreibkalender“ werden die überlieferten Exemplare von Fabricius’ Schreibkalendern hier gesondert aufgeführt, ebenso die Praktiken, die von Anfang an einem jeden Schreibkalender als zweiter Teil mitgegeben wurden.

Schreibkalender:
1558: Almanach, 4°, Druck Johann Singriener d. J., Wien (SLA Graz, Kal. 1558)
1559: Almanach, 4°, Druck Johann Singriener d. J., Wien (ÖNB Wien, 291.865-B. Rara)
1562: Almanach, 4°, Druck Johann Singriener d. J., Wien (ÖNB Wien, Cod. Vindob. 8278, koloriertes Exemplar auf Pergament aus dem Besitz Kaiser Maximilians II; zweites Ex. in Normalausgabe: Cod. Vindob. ser. n. 3827)
1563: Almanach, 4°, Druck Michael Zimmermann, Wien (HM Krems)
1567: Almanach, 4°, Druck Caspar Stainhofer, Wien (UB Breslau, 461822)
1576: Schreib Calender, 4°, Druck Caspar Stainhofers Erben, Wien (StB Wien, A 24.206)
1577: Schreib Calender, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StiftsA Klosterneuburg)
1580: Schreib Calender, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StiftsA Klosterneuburg; StB Wien, A 24.206)
1581: Schreib Calender, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StiftsA Klosterneuburg; StA Sopron)
1582: Schreib Calender, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (SLA Graz)
1583: Schreib Calender, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (SLA Graz; NB Prag, 14 G 165)
1584: Schreib Calender, 4°, Michael Apffel, Wien (StiftsA Klosterneuburg; LB Graz, 101.128 I; BM London, C. 64. dd. 4 (1))
1585: Schreib Calender, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StB Wien, A 24.206; StA Sopron)
1586: Schreib Calender, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StiftsA Klosterneuburg)
1589: Schreib Calender, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StiftsA Klosterneuburg)
1590: Schreib Calender, 4°, Druck Michael Apffels Witwe, Wien (StB Wien, A 24.206)

Prognostikum:
1558: Prognosticon, 4°, Druck Johann Singriener d. J., Wien (SLA Graz, Kal. 1558)
1559: Prognosticon, 4°, Druck Johann Singriener d. J., Wien (ÖNB Wien, 291.865-B. Rara)
1562: Prognosticon, 4°, Druck Johann Singriener d. J., Wien (ÖNB Wien, Cod. Vindob. 8276, adl. 3, Cod. Vindob. 8278 und Cod. Vindob. ser. n. 3827; BSB München, Res/Astr. p. 208 q)
1563: Prognosticon, 4°, Druck Michael Zimmermann, Wien (HM Krems)
1576: Prognosticon, 4°, Druck Caspar Stainhofers Erben, Wien (StB Wien, A 24.206; nach VD16 F 462 auch ÖNB Wien)
1577: Prognosticon, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StiftsA Klosterneuburg)
1580: Prognosticon, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StiftsA Klosterneuburg; StB Wien, A 24.206)
1581: Prognosticon, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (ÖNB Wien, 307274-B.Adl.; StA Sopron)
1582: Prognosticon, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (SLA Graz)
1583: Prognosticon Astrologicum, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (SLA Graz; NB Prag, 14 G 165.adl. 1)
1584: Prognosticum Astrologicum, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StiftsA Klosterneuburg; LB Graz, 101.128 I; BM London, C. 64. dd. 4 (1))
1585: Prognosticum Astrologicum, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StB Wien, A 24.206; StA Sopron)
1586: Prognosticon, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StB Wien, A 24.206)
1589: Prognosticon, 4°, Druck Michael Apffel, Wien (StiftsA Klosterneuburg)
1590: Prognosticon, 4°, Druck Michael Apffels Witw, Wien (StB Wien, A 24.206)

Wandkalender:
1556: Ephemeris, 2°, Fragmente von zwei Exemplaren, Druck Johann Singriener d. J., Wien (NB Budapest, Ant. 3170)
1560: Almanach, 2°, Fragment, Druck [Jesuitendruckerei, Wien] (NB Budapest, Ant. 9210)

Titel:
Deutsche Kalender mit Prognostikum:
(1) 1556–1575: Almanach. 1576–1590: Schreib Calender, Format 4°.
(1a) 1556–1582: Prognosticon. 1583–1585: Prognosticon Astrologicum. 1586–1590: Prognosticon, Format 4°.
(2) 1556–[1559?]: Ephemeris. 1560[?]–1586[?]: Allmanach, Einblattdruck, Format 2°.
Lateinischer Kalender mit Prognostikum:
(3) 1556–[?]: [Ephemeris, Format 4°?] (kein Exemplar ermittelt).
(3a) 1556–[?]: Practica seu Prognosticon, Format 4°.
Ungarischer Kalender:
(4) [?]–1558–[?]: Kalendarium Es Prognosztikon, Format 8°.
Tschechischer Kalender:
(5) [?]–1587: Minucý S Pranostykau. 1588–1590: Pranostyka Hwězdářská, Format 8°. (Ein Kalendarium wurde nicht ermittelt.)
Druck und Verlag:
(1), (1a) 1556–1562: Johann Singriener d. J., Wien, 1563–1566: Michael Zimmermann, Wien, 1567–1575: Caspar Stainhofer, Wien, 1576: Caspar Stainhofers Erben, Wien, 1577–1589: Michael Apffel, Wien, 1590: Michael Apffels Witwe, Wien.
(2) 1556: Johann Singriener d. J., Wien, 1560: Jesuitendruckerei, Wien, 1585–1586: Michael Apffel, Wien.
(4) 1558: [Raphael Hoffhalter ?], Wien.
(5) ?.
Nachweis:
Seethaler, 1982, Bd. 2, S. 532f. (für 1556) und passim. Zinner, 1941/64, S. 222, Nr. 2116 (lat. Prognostikum für 1556) und passim. RMNy, 1971, S. 137, Nr. 137 (für 1558). Knihopis Českých, 1994, Bd. 2.3, Nr. 2410 (für 1588), Nr. 2411 (für 1590), Bd. 2.8, Nr. 17753 (für 1587). VD16. CERL1. CERL2.
Online:
(1a) 1562, 1581 [16.02.2016].
Andere Drucke:
(1) Historia de divo Abrahamo mactaturo ex jussu Dei filium Isaac carmine scripta. Nürnberg ohne Jahr, „aber doch während seines Aufenthaltes unter Schonern“. Zitiert nach Jöcher/Adelung, 1784, Bd. 2, Sp. 990. Auch enthalten in „Lavra Poetica“ (anderer Druck, Titel 10, S. C2b–D1b).
(2) Tityrvs. ΕΙΔΥΛΛΙΟΝ De Natali Servatoris Nostri, Domini Iesv Christi. Autore Paulo Fabricio Laubensi. Ohne Ort 1554. BSB München, Res/4 P. o. lat. 759,13. Online [15.02.2016]. Und andere Bibliothek. Vgl. Fabritius, 1549 (Schrift und Druck von Julius Paulus Fabritius).
(3) Elegia Gratvlatoria Ad Reverendiss: […] Dominvm Wolffgangum, Dei Gratia Episcopum Patauiensem &c. Dominum suum obseruandissium. Alia de diuo Abrahamo eidem loco xenij missa. Vtraqve Avtor M. Paulo Fabricio Romanorum Regis Mathematico scripta. [Wien] 1556. BLMU München.
(4) Der Comet im Mertzen des Lvj. Jhars zu Wien in Oestereych erschinen. […]. Nürnberg 1556. HAB Wolfenbüttel, A: 42.5 Astron. (19).
(5) (Einblattdruck) Clarissimo Ac Doctissimo Mathematico Georgio Ioachimo Rhetico, Domino Svo Salvtem Dicit, Oratqve Vt Svam De Triangvlis Doctrinam Edat. Pavlvs Fabricivs Lavbensis Regis Romanorvm Mathematicvs. [Wien 1556 ?]. FB Gotha, Phil 4° 00203/05 (032).
(6) Encomion Sanitatis. Recitatvm A Paulo Fabricio, Rom. Regis Mathematico, Cvm Gradv Doctoratvs In Medicina Ornaretvr. Dicarum Magnifico, Virtvte Et eruditione praestanti viro, Do. Sebastiano Magno, Senatori Noribergensi apud Rom. Regiam Maiestatem tunc Oratorem agenti. Wien 1557. UB Leipzig, Poet. lat. rec. 14/3. Online [16.02.2016]. Und andere Bibliotheken.
(7) Tityrus. IDYLLION De Natiuitate seruatoris Nostri Iesv Christi. […]. Wien 1557. HAB Wolfenbüttel, A: 56.1 Poet. (9) und A: 36.1 Rhet. (15). Und andere Bibliotheken.
(8) Pauli Fabricii Catalogus stirpium circa Viennam nascentium. Wien 1557. Zitiert nach Aschbach, 1888, S. 191, Anm. 1.
(9) Oratio & Carmen de Carolo V. Caesare Mortvo. Gratulatio Ferdinando I. Avgvsto Caesari designato scripta. Descriptio Cometae Qvi Flagrauit Anno M. D. LVIII. Mense Augusto. Descriptio Item Trivm Monstrorum eodem loco et tempore natorum et alia quaedam. Wien 1558. BSB München, 4 Or. fun. 177#Beibd. 12. Online [16.02.2016]. Und andere Bibliotheken.
(10) Lavrea Poetica. Ex Caesareo Privilegio in Celeberrimo Archigymnasio Viennensi Tribvs Nvper Viris Ervditiss: Eliae Corvino, Ioanni Lavterbachio, & Vito Iacobaeo, […] summa cum gratulatione collata. A Pavlo Fabricio, Caesaris Et Archidvcvm Avstriae Mathematico, Medicinae Doctore. […]. Wien 1558. BSB München, Res/4 P. o. lat. 745,28. Online [16.02.2016]. Und andere Bibliotheken.
(11) Actvs Poeticvs In Gymnasio Viennensi Celebratvs. In Qvo, Paulus Fabricius Caesaris Et Archidvcvm Avstriae Mathematicvs D. O. Med. Nomine Et Avtoritate Inuictißimi Imperatoris Ferdinandi, […], Henrico Ecardo Noribergensi, lauream coronam imposuit Poëtamque creauit et renunciauit. IIII. Nonas Iulij. Wien 1558. SBPK Berlin, Au 2342. Online [16.02.2016].
(12) Tabulae astronomicae. Wien 1558. Zitiert nach Zinner, 1941/64, S. 228, Nr. 2187.
(13) Historia de Christo compescente tempestatem maris. Wien 1560. BSB München, Verlust.
(14) Astronomisch taffeln auff alle tege des Jars in deutscher Lateinischer vnnd Boemischer sprach. Dem hochgelobten Kuenigreich Behem sampt Schlesien Maehren/ vnder vnd ober Lausnitz dienstlich/ datzu nicht allein vielen andern Stetten im Roemischen Reich/ sondern auch allen landen auff dem gantzen vmbkreis der Erden welche haben Eleuationem poli 49 50 50 51 51 gradus 30 0 30 0 30 minut […]. Wien 1562. UB Wrocław, 411402. FB Gotha, Math 4° 00179-180 (02). NB Prag, 14 F 277. NM Prag, 51 C 12. ÖNB Wien, 72.W.55, online [16.02.2016].
(15) Pauli Fabricij […] Ad […] Do. Joachimvm Camerarivm […] Elegiae Dvae Quibus cum ad quinas literas respondetur, tum de obitu Phil. Melanchtonis. Doct. Francisci Emerici Medici Vienn. Doct. Matthaei Heuslern Med. Lips. Sabini, Stigelij, Lotichij, illustrium Poetarum, & Ioannis Humelij eruditiss. Mathematici agitur. Wien 1564. UB Leipzig, Poet. lat. rec. 14/5. Online [16.02.2016]. Und andere Bibliotheken.
(16) Parentalia Anniuersariae memoriae Divi Ferdinandi. I. Imperatoris Caesaris Avgvsti Archidvcis Avst: Etc. P. P. Celebrata in Academia Viennensi ferijs D: Iacobi Apostoli, Anni 1568. Wien 1568. HAB Wolfenbüttel, A: 36.1 Poet. (17). Online [16.02.2016]. Und andere Bibliotheken.
(17) (Einblattdruck) De Infami Cvcvlo Flacio Illyrico Hvivsqve Improbissimo Genere, Germaniam Gregatim More Locvstarvm Pervorlante Ecclesia Qveritvr Apvd Germanos Proceres. Ohne Ort 1568. HAB Wolfenbüttel, A: 95.10 Quod. 2° (309a).
(18) (Karte, Einblattdruck) Marchionatus Moraviae. Das Marggraffthumb Mähren. Ohne Ort 1569. ÖNB Wien, K III 122363. Online [16.02.2016].
(19) De Illystri ac magnifico domino, domino Sigismvndo libero barone in Herberstein […] meritorum ergo immunitate donati. Pauli Fabricij carmen […]. Wien ca. 1570. ÖNB Wien, 299541-B. Online [16.02.2016].
(20) Tagvs. Idyllion. Serenissimis Archiducibus Rudolpho & Ernesto, ex Hispanijs redeuntibus. Wien 1571. HAB Wolfenbüttel.
(21) Rvdolpho Serenissimo Hungariae Regi, &c. Archiduci Austriae, &c. Maximiliani II. Romanorum Imperatoris, etc. Filio […] In solenni inauguratione Coronam et insignia Regni accipienti. Academiae Viennensis Nomine et iußu gratulatur Paulus Fabricius Caes. Math. Med. Doctor. Wien 1572. HAB Wolfenbüttel, A: 36.1 Poet. (16). Und andere Bibliothek.
(22) Stellae Novae Vel Nothae Potius, in coelo nuper exortae et adhuc lucentis, Phaenomenon descriptum et explicatum […]. Wien 1573. ÖNB Wien, 72.T.139. Online [16.02.2016]. Erneut gedruckt in Hagecius, 1574, S. 129–136 (vgl. Zinner, 1941/64, S. 257, Nr. 2673).
(23) Rudolpho II. Avgvsto &c. Austriae Archiduci serenissimo. &c. […]. Wien 1576. BSB München, 4 P. o. lat. 801 r. Online [16.02.2016]. Und andere Bibliothek.
(24) Ivdicivm De Cometa, qui anno Domini M. D. LXXVII. A 10. Die Novemb: Vsqve Ad 22. Diem Decemb: Viennae conspectus est. […]. Wien [1577]. ÖNB Wien, 72.T.145.(19). Online [16.02.2016]. Und andere Bibliothek.
(25) (Einblattdruck) Beschreibung des Cometen welcher im Jar M.D.LXXVII. von dem 10. Tag Nouembris/ biß auff den 22. Tag Decembris gesehen ist worden. Durch Paulum Fabricium, der Ertzney Doctorem, Röm. Kay. Mt. Mathematicum. An den Wolgebornen Herrn/ Herrn Wolffen/ Herrn von Liechtenstein/ von Niclasburg etc. auff Wülfersdorff vnd Ringlsdorff etc. Meinem gnädigen Herrn. [Wien 1578]. BP Rom, Mikrofiche.
(26) Ad Nobilem Virtvte, Ervditione Et Avtoritate Praeclarvm Virvm D. Iacobvm Monaw. Epistola Qvae Et Descriptionem portae Gratulat. Suburbane Vienn. Aust. Imp. Maiesti positae descriptionem et Carmen nuptiale continet. Görlitz 1580. MB Halle, Q 3.101 4° (20). StB Lübeck, Hist. 4° 22324 all. 7.
(27) (Einblattdruck) Anlaitung zum brauch des verneuten Calenders/ welcher auff der Röm: Khay: Mt: &c. vnsers Allergnädigsten herrn &c. beuelch/ auf diß 1583. Jar im Octobri angestellt wird. Wien 1583. ÖNB Wien, 304514-F.

Literatur (Auswahl):
Joseph Aschbach: Geschichte der Universität Wien. 3 Bände. Wien 1865–1898. Zu Paul Fabricius: Bd. 3, S. 187–193.
Gertrude Höss: Ein Stadtansichtenzyklus auf Kalendern des 16. Jahrhunderts. In: Kunstjahrbuch der Stadt Linz 1967. Zu Paul Fabricius: S. 59 (Porträt).
Robert Winter: Paulus Fabricius – Ein Wiener Universitätsprofessor des 16. Jahrhunderts. Ungedruckte Dissertation. Wien 1980.
Thomas DaCosta Kaufmann: The Mastery of Nature. Aspects of Art, Science, and Humanism in the Renaissance. Princeton, NJ 1993. Zu Paul Fabricius: S. 136–150, 206–224.
Tino Fröde: Paulus Fabricius – ein universaler Humanist aus Lauban. Sein Leben, seine Schriften und seine Beziehungen zur Oberlausitz. In: Neues lausitzisches Magazin 13 (2010), S. 55–70.
Zu weiterer, vornehmlich in Wien gedruckter Literatur siehe „Wien Geschichte Wiki“ [16.02.2016].
Quellenzitate:
(1) „[…] Weil aber fürnemblich alle Mathematische Künste von wegen Astrologien (welche auß der gestirn lauff von zukunfftigen dingen practiciert) etwas in verkleinerung kommen sein/ vnn darumb das in Calendern das wetter offt nit zutrifft/ muß ich einen kurtzen bericht daruon thun. Erstlich sol niemant achten/ das die Prognostication des wetters von disen gewissen künsten eine sey/ sondern es ist nur ein anhang der Astrologien/ […] Es ist in der gantzen Astrologien das geringst vnnd letzte stucke/ die particular Prognostication vom wetter/ darumb jr vil dasselb außgelassen. Weil es aber in brauch nun forthin khomen ist/ wil ich melden/ was vom Calender zuhalten sey. […] Was das Wetter betrifftist [sic] wol nit von nöten darinnen zu melden Aber doch weils in brauch kommen ist/ sol man wissen/ das der lufft vnd das wetter von gestirnen verendert vnnd erregt wirdt/ wie denn die alten hochgeleerten vnd sonderlich der geleertist vnd verstendigist philosophus Aristoteles in sondern büchern dasselb beweyset. Vnd das diß war sey/ beweyset die erfarung/ die allezeit nicht betreugt/ wenn krefftige vrsachen am himel verhanden sein Allhie ist widerumb zu bedencken/ das dieselbigen vrsachen nicht allezeit krefftig sein/ denn wenn sie nit zum stercksten erscheinen/ vnd die materi in lüfften vngleich dargegen/ volgt der effect nicht vollkomlich. Sonderlich aber/ weil ein Physicus ein gantz jar zuuor nit wissen kan/ wenn vnd wo sich die materi samlet/ vnd gleichsam also nicht genuegsame principia hat/ wie in geniturn/ alles gewisser vnnd besser ist. Ich will geschweigen/ weyl sonst schwer ist/ von künfftigen dingen zusagen/ wieuil mer es in diesem handel/ dem nichts vngewissers vnnd beweglichers in der gantzen natur kündt vnderworffen sein/ als der lufft/ wind vnd wetter/ zum schwersten ist. […] Denn es ist je nicht wol müglich/ lonet auch nicht der mühe/ das ein Astrologus einem jedem Flecken oder Statt ein aigen Prognostication mache. […] Es ist allhie vngewitterig/ vber fünff sechs meil wegs/ mehr oder weniger/ ist scho[e]n. Ein Mathematicus hat vngewitter gesetzt/ hat recht vnnd vnrecht/ warumb? Ob er gleich waiß causam efficiente, das ist/ die gestirn/ welche solchs erregen/ so kan er doch nicht sonderlich ein jar zuuor wissen/ cause patientis & recipietis rationem, das ist/ wenn sich die materi samlet/ wie vil derselben/ wie hoch/ welcher windt sie treibt/ wenn sie sich zerteylet/ darnach die natur aller ort vnnd stellen. Dann wie der hochgeleert Hippocrates bewisen hat/ dernach die selbigen hoch oder nider gelegen/ gegen welchem ort des himels darnach sie besonder wind/ wasser vnnd berge haben/ begibt sich auch die witterung anders/ vnnd erfolgen auß der witterung an ainem ort andere vnnd wider an aim andern ort andere kranckheiten. Auß disem allem ist leicht zuuernemen/ was von disem stuck zuhalten sey. […]“ (Paul Fabricius: Prognostikum für 1562, S. A2a–3b, Widmungsschreiben an Johann Justus, Abt zu Neuenburg).
(2) „Dieweil aber von disem wunderstern/ von vilen vilerley reden auffbracht werden. Ist auch ein frag vnter jhnen entstanden/ Ob diser stern auß disen zeichen eins sey/ die vor dem Jüngsten tag erscheinen solen. Darauff antworte ich/ Ob er gleich für sich selbs derselben eins nicht ist/ darumb/ das offt vnd vil Cometen allzeit auch vor Christi geburt sind gewesen/ So zweifel ich daran nicht/ daß diser Comet ein anmaner sey des vergangnen frembden sterns/ welcher vor 4. Jaren biß in die 14. Monat lang in dem gestirn der Cassiopae gestanden ist/ welcher weder ein Planet/ noch einer auß den sternen/ die von anfang beschaffen/ erschinen/ auch nicht ein Comet gewesen ist. Vnd dieweil denselben alle verständigen vnd Gottsfürchtigen auß wichtigem bedacht/ für ein wunderzeichen gehalten haben/ welches vnter den zeichen so an den sternen/ nach der prophecey vnsers Herrn vnd Seligmachers/ vor dem Jüngsten tag geschehen sollen. So zweifel ich ye nicht/ daß diser Comet gleich wie ein Bott sey/ der vns desselben wundersterns würckung/ welche alle verständigen auff den Jüngsten tag gedeutet haben/ widerumb erinnere/ […]“ (Paul Fabricius: Beschreibung des Cometen, 1578 (anderer Druck, Titel 25)).
(3) „Heut/ das ist/ den 20. tag Iunij, zu Morgens früe hab ich obseruirt/ auch befunden eine Finsternuß an der Sonnen vmb 5. Vhr vnd 4. Scrup: Vormittag/ da sie sich verdunckelt hat zwen zwerch Finger vnd drey viertel eins Fingers/ das ist/ fast einen dritten thail seines Diameters, man hats gar wol sehen künnen/ durch guete gelegene Instrument/ Ein wenig hernach sein die Wolcken heran kommen/ biß auff 6. Vhr/ da alsdann die Sonne sich wider hat sehen lassen/ gantz hell vnd klar/ gar nichts verdunckelt. Also habens auch andere mit vnd neben mir gesehen. Die verdunckelung aber war von vnden auff/ vnnd seyten wertz gegen Auffgang des Aequinoctij. Die Finsternuß des Mons auff den 28. Ianuarij hab ich vnnd der gar wolgelerte Herr Magister Valentinus Otho (der damals sich bey mir ein zeitlang auffgehalten) gesehen/ wiewol vns die Wolcken zum thail hinderlich/ sie ist auff drey zwerch Finger gewesen weniger ein viertel. Die meiste verfinsterung vmb 11. Vhr in der Nacht Nachmittag. [… dann über die Kometenbeobachtung ab 14. Mai 1582 (mit Schweif im Fuß des großen Bären) bis 24. Mai 1582 …] Es ist wol glaublich das er im Circkel der Sommerlichen Sonnenwendt entstanden sey/ gewiß ists/ das er durch vnd an der Jacobs strassen stracks seinen lauff vbersich gegen dem newen Stern der vor 10. Jaren in Cassiopea gestanden/ vnd herrlich geleüchtet/ vnd ein guette weil nach einem gantzen Jar allererst verschwunden/ fürgenommen.“ (Paul Fabricius: Prognostikum für 1583, S. A4b–5a).

Erstellt: 07.03.2016
Letzte Aktualisierung: 07.08.2019

fabricius_paul.txt · Zuletzt geändert: 2019/08/07 16:12 von klaus-dieter herbst