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Hebenstreit, Johann

„Magister Ioannes Hebenstreidt Scholae Erphordensis Physices Professor publicus“; „Erffordensis/ Medicinae Bacca.“; „Philosophiae & Medicinae Licentiat, zu Erffordt“; „Ioannes Hebenstreidt Ivnior Erphordensis, Philosophiae et Medicinae Doctor, Clarissimae Reypublicae Erphordensis Physicus“; „Philosophiae & Medicinae Doctor, der Friedestadt Erffordt Phisicum, vnnd Medicinae lector Ordinarius“ (Selbstbezeichnungen auf den Titelblättern, zit. 1558 (Reihe 2b), 1559, 1562 (jeweils Reihe 1a), 1564 (Reihe 2a), 1566 (Reihe 1a))
* 1525 Erfurt, † 25.2.1569 Erfurt
Kalender seit vermutlich 1554, verfaßt bis 1570

Johann Hebenstreit wurde 1525 als Sohn von Johann Hebenstreit dem Älteren (gest. 1566) in Erfurt geboren (Loth, 1903, S. 102). Der Vater, der aus Willerstedt gekommen war, hatte seit dem Wintersemester 1518/19 an der Universität in Erfurt studiert (Weissenborn, 1884, S. 306) und wurde anschließend Lehrer an der Predigerschule in Erfurt. 1542 übernahm der Vater die Pfarrerstelle in Kölleda (Pfarrerbuch Sachsen, Bd. 4, S. 9; vgl. Bauer, 1992, S. 117). Der Sohn Johann Hebenstreit der Jüngere wurde mit 13 Jahren im Sommersemester 1538 in die Matrikel der Universität eingeschrieben (Weissenborn, 1884, S. 344 „Ioannes Hebestreit Erphordiensis“). 1547 wurde er zum Magister der freien Künste (Loth, 1903, S. 103) promoviert und die philosophische Fakultät stellte ihn als Lehrer am Pädagogium an. 1549 wurde er Baccalaureus der Medizin und im Folgejahr war er Rektorwähler an der Erfurter Universität (Kleineidam, 1980, S. 230). Hebenstreit praktizierte als Arzt in Göttingen, Ingolstadt und Frankfurt am Main (Loth, 1903, S. 103). Er soll auch Hofmedicus bei Herzog Erich von Braunschweig gewesen sein (Jöcher, 1750/51, Bd. 2, Sp. 1420).
Als Magister ließ sich Hebenstreit am 4. August 1554 in Wittenberg immatrikulieren (Förstemann, 1841, Bd. 1, S. 295 „[1554] Mense Augusto. 4. M. Joannes Hebenstreit Erfordensis“). Offenbar reiste er nach Wittenberg, um Philipp Melanchthon zu treffen. Dieser hatte ihm am 27. Juni 1554 einen Brief geschrieben (CR, 1834, Bd. 8, Sp. 313, Nr. 5633). Damals befand sich Hebenstreit in einer Auseinandersetzung mit den beiden Hofpredigern in Weimar, Johann Stoltz und Johann Aurifaber. Beide waren Flacianer und hatten Hebenstreit wegen dessen Aussagen im Prognostikum für 1554 angegriffen (Stoltz/Aurifaber, 1554; vgl. Kleineidam, 1980, S. 257). Stoltz und Aurifaber urteilten, daß unter allen Prognostikanten „der kern vnd ausbund Magister Johannes Hebenstreit/ mit seiner grossen Practica“ sei (Stoltz/Aurifaber, 1554, S. B1a), weil dieser „für andern allen/ vnd allein/ auff die Bahn treten/ vnd sich also mit Schrifften vnd Exempeln der Schrifft/ bewapnen/ vnd allen Theologen/ Juristen/ Medicis/ Philosophis/ vnd Artisten auff ein mal (wie ein ander Goliath dem zeug Israel) hohn vnd trotz bieten darff“ (ebd., S. B1b). Würden sie den anderen Prognostikanten mit ihren Vorhersagen nichts nachsagen können, weil diese eben nicht „jr Thun in Prophetischen/ Apostolischen/ Christi/ Augustini vnd Lutheri schrifften vnd Sprüchen gegründet“ haben (ebd., S. B1b), so wird genau das Gegenteil in Hebenstreits erster Praktik („dieser newe Practikant“, ebd., S. B2b) beobachtet. Nachdem Hebenstreit Wittenberg wieder verlassen hatte, erhielt er erneut einen Brief von Melanchthon vom 18. August 1554, in dem Hebenstreit den Rat erhielt, auf keinen Fall den beiden Hofpredigern öffentlich zu antworten (CR, 1834, Bd. 8, Sp. 329f., Nr. 5653; vgl. Kleineidam, 1980, S. 257).
Im Frühjahr 1556 war Hebenstreit erneut in Wittenberg. Hier beobachtete er im März und April 1556 einen Kometen, der vom 17. Februar bis zum 10. Mai sichtbar war. In der dazugehörigen Kometenschrift verkündete er stolz: „[ich] habe also in meinem prognostico, des 56. jars/ so zu Erffordt anno 55. ausgangen/ einen Cometen predicirt. Desgleichen hab ich in meinem lateinischen prognostico gethan/ so zu Wittemberg Anno 55. ausgangen“ (Hebenstreit, 1566 (anderer Druck, Titel 2), S. B4b). Über das erste Wahrnehmen des Kometen schrieb Hebenstreit: „[…] wie denn vns [der Komet] zu Wittemberg auch/ vmb der trüben windichten regen wolcken/ erstlich den 5. Martij erschienen (als ich denn nicht verstanden/ das in Dominus Preceptor Philippus/ Peucerns/ vnd andere Herrn Professores/ so auff die Sydera des abents vnd morgens fleissig sehen/ hie ehe erkant hetten)“ (ebd., S. C3b–4a). In dieser Kometenschrift setzte sich Hebenstreit auch mit dem polnischen Astrologen → Petrus von Probosczowitz auseinander. „Denn der Polnisch Astrologus/ Petrus Prosuossczwice gemeint/ dieweil der eine [Komet]/ ein zeitlang nicht gesehen/ darnach aber wider erschienen/ es sey ein newer gewest/ Wil derhalben beweisen/ das nicht zwene Cometen dismal gesehen/ sondern das ein Cometa gewest sey“ (ebd., S. B3a).
Seit 1557 war Hebenstreit wieder in seiner Heimatstadt Erfurt (Loth, 1903, S. 103). Dort wurde er am 22. Januar 1560 zum Lizentiaten und am 2. Dezember 1562 zum Doktor der Medizin promoviert (Kleineidam, 1980, S. 230; vgl. die Selbstbezeichnung auf dem Titelblatt des deutschen Prognostikums für 1562). Nach eigener Angabe weilte er zwischenzeitlich 1561 in Göttingen: „Ich habe Anno 1561. da ich noch der Stadt Gottingen Physicus gewesen/ ein Prognosticon drucken lassen/ daselbst des Doctoris Tauleri Weissagung angezeigt […]“ (Prognostikum für 1568, S. D2b). Am 11. April 1562 weilte er bereits wieder in Erfurt, denn die an den Landgrafen von Hessen gerichtete Widmung der Flugschrift über ein 1562 gesehenes Wunderzeichen unterzeichnete er „in eil zu Erffurd/ 1562. 3. Id: Aprilis.“ (Hebenstreit, 1562 (anderer Druck, Titel 6), S. A4a). In dem Widmungsschreiben gab er auch preis, daß er → Victorinus Schönfeldt zum Freund hatte, denn er schrieb: „wie dann auch solchs E. F. G. Mathematicus/ Magister Victorinus Schönfeld/ Mathematum Professor Marpurgensis vigilantissimus/ mein alter bekanter confrater Herr vnd Freund“ (ebd., S. A3b). Stadtphysikus in Erfurt wurde Hebenstreit 1563 (Loth, 1903, S. 103; vgl. Selbstbezeichnung auf dem Titelblatt des Prognostikums für 1564). An der Universität Erfurt hielt er medizinische Vorlesungen und wurde 1568 Dekan der medizinischen Fakultät. Mit nur 44 Jahren verstarb Hebenstreit am 25. Februar 1569 (Kleineidam, 1980, S. 230). Er wurde in der Erfurter Predigerkirche begraben (Loth, 1903, S. 103).
Die medizinischen Ansichten Hebenstreits hat Richard Loth 1903 beschrieben. Er kam zu der Einschätzung, daß dessen wissenschaftliche Anschauungen zwar „noch auf dem Boden der alten griechischen, römischen, arabischen und jüdischen Medizin“ basierten. „Doch geht er auch seine eigenen Wege, welche ihm seine Erfahrung am Krankenbett gelehrt hat und stellt diese seine Erfahrung höher, als die Dogmen der Alten, da, wo er von der Richtigkeit seiner Erfahrung überzeugt ist“ (Loth, 1903, S. 103f.). Als Stadtarzt genoß er in Erfurt großes Ansehen. Der Rat der Stadt beauftragte ihn, „alle medizinischen Pfuscher und Empiricos in Erfurt aufzusuchen und ihnen ihr Handwerk zu legen“ (Loth, 1903, S. 109, nach der Quelle: Dekanatsbuch der medizinischen Fakultät, Pergamenthandschrift im StA Erfurt). (Nach Hebenstreit wurde 1584 Andreas Stark von Göttingen nach Erfurt als Stadtphysikus berufen, der 1609 nach Mühlhausen wechselte (Loth, 1903, S. 110).)
Hebenstreits Prognostiken zeichnen sich dadurch aus, daß sie zahlreiche historische Exempel, die Historien, enthalten. Das brachte ihm 1568 einen erneuten Streit ein, diesmal mit dem Universitätskollegen Magister Ludwig Helmbold, der sich durch eine Historie aus dem Jahr 1514 über ein Familienmitglied, dem damaligen Stadtsyndicus, der 1514 in Erfurt hingerichtet worden war, angegriffen fühlte (Kleineidam, 1980, S. 98f., 257f.).
Gemäß Gustav Hellmann erschienen von Hebenstreit Jahresprognostiken erstmals für das Jahr 1549 (Hellmann, 1924, S. 27). Ernst Zinner hingegen verzeichnete diese erst seit dem Jahr 1554 (Zinner, 1941/64, S. 220). In der oben erwähnten Streitschrift gegen Hebenstreits Praktik für 1554 wird Hebenstreit als „newe[r] Practikant“ bezeichnet (Stoltz/Aurifaber, 1554, S. B2b). Da für Hellmanns Angabe kein weiterer Beleg gefunden werden konnte, wird hier davon ausgegangen, daß Hebenstreit nicht schon für 1549 sondern erst für 1554 sein erstes großes Prognostikum, d. h. in Quart, verfaßte. Damit wird die Herstellung eines Almanachs in Quart verbunden gewesen sein, denn eine zeitgenössische Quelle von 1554 faßte die damalige Situation mit den Worten zusammen, daß „sich die Almanach Schreiber bisher/ fast bey funffzehen jaren/ in allen jren angehengten Practicken zum höchsten bemühet/ jre obseruationes astrologicas, als für gewis vnd warhafftig/ dem gemeinen Mann einzureden“ (Stoltz/Aurifaber, 1554, S. A3a). Wenn dieselben Autoren an anderer Stelle Hebenstreits Prognostikum ausdrücklich als „grosse[] Practica“ bezeichneten (ebd., S. B1a), dann wird auch diese einem großen Almanach für 1554 angehängt gewesen sein. Die ältesten überlieferten Jahresschriften von Hebenstreit sind ein lateinisches Prognostikum für 1558 in Oktav und ein deutsches für 1559 in Quart. Es ist davon auszugehen, daß Hebenstreit auch Kalender verfaßte, denn im Widmungsschreiben des lateinischen Prognostikums für 1564 erwähnte er sein Kalendarium: „Addidissem et Ephemerides praesentis Anni, ad hanc nostram eleuationem, sed quia Typographi nostri, characteres Astronomicas in promptu non habent, scriptas mediocri diligentia offero“ (Prognostikum für 1564, S. A3a). Im deutschen Prognostikum für 1566 erwähnte Hebenstreit sein deutsches Prognostikum für 1565, sein lateinisches Prognostikum für 1565 und den „Deutschen Almanach“ für 1565 (Prognostikum für 1566, S. D3a). Ferner verwies er auf die Konjunktion von Saturn und Sonne am 5. August 1565 mit den Worten: „wie ich dann im Almanach“ geschrieben (ebd., S. D4a). Auf der letzten Seite meinte er schließlich: „Andere/ alle Lateinische Prognostica/ sol man im Lateinischen Judicio finden“ (ebd., S. E2b). Auch im Prognostikum für 1568 erwähnte Hebenstreit seinen Kalender und das lateinische Prognostikum mit den Worten: „Wie diß auch im Calender ordentlich verzeichnet“ und „[…] als in folgenden Capitteln/ vnd Lateinischen Prognostico sol angezeigt werden“ (Prognostikum für 1568, S. A4b, B3a). Ernst Zinner hatte noch einen lateinischen Kalender (für 1569) gesehen (Zinner, 1941/64, S. 246, Nr. 2482: „Vorhersage für 1569 mit Kalender, lat.“).
In der Königlichen Bibliothek Kopenhagen wird ein kleiner (16°) deutscher Schreibkalender für 1566 aufbewahrt (KB Kopenhagen, Hielmst. 2544:1 8°; gesehen am 24.3.2017). Die ersten drei Blätter und damit auch das Titelblatt fehlen. Die Zuordnung dieses Exemplars zu einem Autor und einem Drucker ist deshalb schwierig, aber nicht unmöglich. Sehr wahrscheinlich ist, daß dieser Kalender in Erfurt gedruckt wurde, denn im Kapitel zu den Finsternissen des Jahres 1566 heißt es, daß „wir hie zu Erffordt […]“. Eindeutig ist, daß der Kalenderautor in Erfurt lebte, was einen Erfurter Drucker nahelegt. Um 1565 druckten nur Georg Baumann d. Ä. und Melchior Sachse d. J. Kalender in Erfurt. Ein von Sachse gedruckter Schreibkalender für 1565 (16°) von → Sebastian Röder ist unmittelbar vor und ein von Lorenz Schwenck in Wittenberg gedruckter Schreibkalender für 1567 (16°) von Victorinus Schönfeldt ist unmittelbar nach dem Kalenderfragment angebunden. Die Druckbilder dieser drei Kalender sind deutlich voneinander zu unterscheiden, sodaß der Erfurter Drucker des Kalenderfragments (1566) nicht Melchior Sachse sein kann. Somit wird Georg Baumann der Erfurter Drucker dieses Exemplars gewesen sein. Als Kalendermacher kommen dann zunächst → Adam Ursinus und Johann Hebenstreit in Frage. Ursinus lebte aber in Tonndorf bei Weimar und nicht in Erfurt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird also Hebenstreit der Autor dieses kleinen Schreibkalenders für 1566 gewesen sein. Dazu paßt, daß der Verfasser am Ende des Finsterniskapitels (Bl. 28b) mitteilte: „Vber dis begeben sich auch etzliche Aspectus Planetarum/ et stellarum fixarum/ dieweil aber solcher viel/ vnd im Lateinischen Calender ordentlich allesampt verzeichnet/ wil ich den Leser dahin gewiesen haben.“ Von Hebenstreit sind auch lateinische Kalender bekannt, nicht aber von Ursinus.
Heute scheinen keine Quart-Kalender von Johann Hebenstreit überliefert zu sein. Daß Hebenstreit von der Idee, die Monatstafeln eines Wandkalenders auf dem Druckbogen so anzuordnen und zu drucken, daß daraus ein Heftchen in Quart werden konnte, gehört haben wird, ist sehr wahrscheinlich. Diese Schreibkalender wurden bereits seit 1539 in Nürnberg (→ Dionysius Sibenburger für 1540, → Christoph Stathmion für 1543, → Georg Seyfridt für 1544, → Simon Heuring für 1548, → Joachim Heller für 1553), seit 1544 in Erfurt (→ Johannes Berthold Seipel für 1545, → Valentin Engelhardt für 1552) und seit 1550 auch in Wien (→ Johann Schröter für 1551) gedruckt. Und schließlich war seit 1550 auch das „Calendarium Historicum“ von Paul Eber auf dem Markt, das zwar kein Jahreskalender ist, aber darin die Idee, die Seiten für jeden einzelnen Tag nicht vollständig zu bedrucken und dadurch Raum zum Einschreiben zu lassen, realisiert wurde.
Neben den oben erwähnten zwei Briefen von Philipp Melanchthon an Hebenstreit d. J. (vgl. FB Gotha, Chart. A 399, Bl. 201r–v (27.6.1554), 201v–202r (18.8.1554)) gibt es zwei Briefe von Hebenstreit an den Theologen und Diakon Johann Messerschmidt (1522–1588) aus dem Jahr 1563 (FB Gotha, Chart A 403, Bl. 18r–v (8.1.1563), Bl. 19r–v (1563)), vgl. „Frühneuzeitliche Ärztebriefe“, Datenbank „Hebenstreit, Johann“.

Prognostikum:
1558: Prognosticon Astrologicvm, 8°, lateinisch, Druck Georg Baumann d. Ä., Erfurt (BSB München, Astr. p. 60)
1559: Prognosticon, 4°, deutsch, Druck [Georg Baumann d. Ä. ?] (HAB Wolfenbüttel, M: Ne Kapsel 2 (15))
1562: Prognosticon, 4°, deutsch, Druck ?, Erfurt (HAB Wolfenbüttel, H: T 664.4° Helmst. (8))
1564: Prognosticon Astrologicon, Et Physicvm, 4°, lateinisch, Druck Jeremias Portenbach, Erfurt (BSB München, Res/4 Astr. p. 513,10; HAB Wolfenbüttel, A: 125.34 Quod. (9) und H: T 664.4° Helmst. (11) und A: 53.3 Astron. (13))
1565: Prognosticon Physicvm, 4°, deutsch, Druck Georg Baumann d. Ä., Erfurt (SLUB Dresden, Chron. 691; HAB Wolfenbüttel, A: 185 Quod. (4) und A: 44.10 Astron. (4); ULB Halle, Alv. Mh 192 (15))
1566: Prognosticon Historicvm vnd Physicvm, 4°, deutsch, Druck Georg Baumann, Erfurt (BSB München, Res/4 Astr. p. 446#Beibd. 21; FB Gotha, Math 4° 00156b/2 (03); HAB Wolfenbüttel, A: 185 Quod. (6); UB Leipzig, Astr. 425-dc; RB Lüneburg; StA Erfurt, nach Loth, 1903, S. 103, Anm. 3)
1567: Prognosticon Historicum Physicum, 4°, deutsch, Druck Conrad Dreher, Erfurt (BFS Halle, 76 D 11 (1); BSB München, Astr. p. 207 d; UB Erfurt, Na 257, Fragment; RSB Zwickau; HAB Wolfenbüttel, A: 44.10 Astron. (1) und A: 185 Quod. (8); StA Erfurt, nach Loth, 1903, S. 103, Anm. 3)
1568: Prognosticon Historicvm, 4°, deutsch, Druck ?, Erfurt (SBPK Berlin, 50 MA 44131; BSB München, Res/4 Astr. p. 528,3; HAB Wolfenbüttel, H: N 134.4° Helmst. (3) undA: 185 Quod. (10), hier Drucker bestimmt mit Anton und Arnold Caesar, Köln, siehe VD16 ZV 7494)
1569: Prognosticon Historicum, 4°, deutsch, Druck Conrad Dreher, Erfurt (BSB München, Res/4 Astr. p. 526,6; SBPK Berlin, 50 MA 44132; SLUB Dresden, Mag. 146,36; NB Budapest; StB Aachen, 1966 fol. 33)
1570: Prognosticon Posthumum, 4°, deutsch, Druck Conrad Dreher, Erfurt (SLUB Dresden, Mag. 146,37)

Titel:
Deutscher Kalender mit Prognostikum:
(1) [1554?]–1565–1569: Almanach, Format 4° [kein Exemplar ermittelt].
(1a) [1554?]–[1564?]: Prognosticon. 1565: Prognosticon Physicvm. 1566[?]–1567: Prognosticon Historicvm vnd Physicvm. 1568–1569: Prognosticon Historicvm. 1570: Prognosticon Posthumum. Jeweils Format 4°.
Lateinische Kalender mit Prognostikum:
(2) [1556?]–1566–1569: Ephemerides, Format 4° [kein Exemplar ermittelt].
(2a)1556–1569: Prognosticon Astrologicon, Et Physicvm, Format 4°.
(2b) 1558: Prognosticon Astrologicvm, Format 8°.
Unsichere Zuordnung:
(3) [?]–1566–[?]: [Almanach], Format 16°.
Druck und Verlag:
Genannt werden nur die sicher nachgewiesenen Drucker mit den Jahrgängen.
(1a) 1554–1566: Georg Baumann d. Ä., Erfurt, ebenfalls 1566: Christian Müller, Straßburg (nach Zinner, 1941/64, S. 239, Nr. 2372), 1567–1570: Conrad Dreher, Erfurt, ebenfalls 1568: Anton und Arnold Caesar, Köln (nach VD16 ZV 7494).
(2a) 1556: ?, Wittenberg, 1564: Jeremias Portenbach, Erfurt.
(2b) 1558: Georg Baumann d. Ä., Erfurt.
(3) 1566: [Georg Baumann d. Ä. ?, Erfurt].
Nachweis:
Hellmann, 1924, S. 27 (Prognostiken seit 1549). ZKAAD, 1987–1993, Teil 4, S. 313, Nr. 3851 (Vorhersage für 1565) und passim. Zinner, 1941/64, S. 220, Nr. 2084 (Practica für 1554) und passim. VD16. CERL. KB Kopenhagen (Ex. für 1566 der Reihe 3).
Online:
(1a) 1566 Prognostikum, 1567 Prognostikum, 1568 Prognostikum, dasselbe 1568 Prognostikum, 1569 Prognostikum,
(2a) 1564 Prognostikum,
(2b) 1558 Prognostikum [09.02.2016].
Andere Drucke:
(1) (Gelegenheitsschrift) Epithalamion In Honorem Clarissimi Et Prvdentissimi Viri, Francisci Trautzel, alias Schützens, ac castissimae Virginis Otthiliae Smiedin, scriptum à Ioanne Hebenstreidt Ivniori, artium Magistro, & Medicinae Bacc. Wittenberg 1556. FB Gotha, Biogr 8° 01071/01 (49). Online [10.02.2016]. Darin ein Beitrag von Philipp Melanchthon.
(2) Des Cometen/ so dieses 1556. Jars von dem 5. tag Martij an/ bis auff den 20. Aprilis zu Wittemberg erschienen/ bedeutung. Darinne auch derer meinung/ so zween Cometen gesatzt/ gründlich refutirt wird/ durch M. Johannem Hebenstreit juniorem Erphordensem. Wittenberg 1556. UB Leipzig, Astron. 425-d. Online [09.02.2016].
(3) (Übersetzung) De eclipsium significatione tractatus. Proclus Diadochus. Ohne Ort 1556. SUB Göttingen, 8 AUCT GR VI, 2560.
(4) Precationes Dvae, Contra Trvcam, Et Mahometvm, Verbi Divini, Et Nominis Christiani haereditarium hostem, hisce temporis ultimis idoneae. Elegiaco & Saphico carmine redditae. Per M. Ioannem Hebenstreidt Iuniorem, Medicinae Bacc. Ohne Ort [Wittenberg?] 1557. FB Gotha, Phil 4° 00225-226 (46).
(5) Aderlaß buch/ Für XXX. Jharen ausgangen: Darinne angezeigt wird/ wie man die Aderlasse/ Ventosen/ oder Köpffe/ recht/ in der noth/ die Gesundheit zu erhalten sol. [von Alexander Seitz] Jetzt wider auffs new vbersehen/ gebessert/ vnd gemehrt […] Durch M. Joannem Hebenstreidt/ Erffordensem. Erfurt 1559. HAB Wolfenbüttel, A: 103.1 Med. (5) und H: QuH 127.3 (2) und A: 529.4 Quod. (3).
(6) Wunderzeichen: So sich newlicher zeit/ kurtz nach einander in der Deutschen Landen/ Desgleichen auch in der Türckey/ erschrecklichen zugetragen/ in diesem 1562. Jar. Warnungs weise/ Deutscher Nation zu gutte geschrieben/ Durch Johannem Hebenstreidt/ Artium et Philosophiae Magistrum/ Medicinae Licentiatum. Ohne Ort 1562. SBPK Berlin, 3 in: Mz 2, online [10.02.2016]. Andere Ausgabe: Erfurt 1562. HAB Wolfenbüttel, A: 243.24.3 (Quod. (1).
(7) Regiment Pestilentzischer gifftiger Fieber/ so jetzundt in Dueringen/ auch vmbligenden oerthern/ die Menschen ploetzlich vberfallen […] durch Magistrum Joannem Hebenstreidt/ Medicinae Licentiatum. Erfurt 1562. FB Gotha, Med 4° 00120/02 (02). SBPK Berlin, Ju 2414. Andere Ausgaben, z. B. Augsburg 1563: BSB München, 4 Path. 147 m, online [10.02.2016].
(8) Erzelung Der gewesenen vnd kuenfftigen Finsternissen/ so zum theil im 62. 63. Jare erschienen/ Auch im 64. Jare folgen werden/ von andern vbersehen/ Darinne/ dieweil sie jhre bedeutung ins 64. 65. vnd 66. Jar sparen/ erklert wird/ Was sie bezeichnen […] Aus Ptolomeo/ vnd Physicis causis/ Den Gottlosen zur schreckung/ den Gottfuerchtigen/ warnungs weise/ zu Troste gestalt/ Durch Joannem Hebenstreidt den Juengern/ Philosophiae & Medicinae Doctorem, Vnd der Loeblichen Friedestadt Erffordt Physicum. Ohne Ort 1563. HAB Wolfenbüttel, H: J 120.4° Helmst. (17).
(9) Artzney Schutz: Wie der Newen jetztregierenden erschrecklichen/ gifftigen vnd toedtlichen Pestilentz/ durch ein ordentlich Regiment/ allerley Samen/ Blumen/ Kreutter/ Wurtzeln/ Fruechte/ Wasser/ Oel/ etc. zubegegnen/ […] beschrieben/ Durch Johannem Hebenstreidt/ Philosophiae et Medicinae Doctorem, Der loeblichen Friedestadt Erffordt/ Physicum. Erfurt 1564. ThULB Jena, 4 Med. XXI,49/5 (6).
(10) Hippocratis Coi, Divini Medicorum Principis, Oracula Aphoristica, Septem libris explicata. Ex Graeco Sermone in Latinum, collatis multis Codicibus praestantissimorum Medicorum, collecta seorsim. Opera, & studio, Ioannis Hebenstreits, Philosophiae & Medicinae Doctoris, vrbis Hierifluae Physici, ac Medicinae Lectoris ordinarij. Ad Stvdiosis Medicinae. Erfurt 1567. StB Trier, 2012. Online [10.02.2016].
Literatur:
Richard Loth: Zwei Erfurter Stadtphysici aus dem 16. Jahrhundert. In: Correspondenz-Blätter des Allgemeinen ärztlichen Vereins von Thüringen 32 (1903) 4, S. 102–124. ThULB Jena, 8 Med. III, 136:32. Zu Johann Hebenstreit: S. 102–110.
Erich Kleineidam: Universitas Studii Erffordensis. Überblick über die Geschichte der Universität Erfurt. Teil 3 (1980): Die Zeit der Reformation und Gegenreformation 1521–1632. Leipzig 1980 (= Erfurter theologische Studien, Bd. 42). Zu Johann Hebenstreit: S. 229–231.

Erstellt: 15.02.2016
Letzte Aktualisierung: 20.08.2019

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