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Röder, Sebastian

„D. Sebastianus Röder/ Physicus vnd Mathematicus“ (Selbstbezeichnung auf dem Titelblatt, zit. 1565)
* ca. 1525 Saalfeld, † 18.1.1569 Hamburg
Kalender seit mindestens 1562, verfaßt bis mindestens 1565

Sebastian Röder wurde etwa 1525 in Saalfeld geboren. Über die Eltern und Kindheit konnten keine Einzelheiten ermittelt werden. Am 25. April 1543 wurde er an der Universität in Wittenberg immatrikuliert (Förstemann, 1841, Bd. 1, S. 203 „[1543. Aprili.] 25. Sebastianus Röder Salueldens.“). Aus dem Jahr 1543 dieser Immatrikulation wird auf das ungefähre Geburtsjahr geschlossen. 1549 wurde Röder in die Matrikel der Hohen Schule zu Jena eingeschrieben (Mentz/Jauernig, 1944, S. 263 „Röder, Sebast., Salfelden. 1549a, 14.“) und im September 1553 in Wittenberg zum Doktor der Medizin promoviert (anderer Druck, Titel 1). Anschließend ließ sich Röder als praktischer Arzt in Hamburg nieder (Moller, 1744, Teil 2, S. 732; vgl. Jöcher, 1750/51, Bd. 3, Sp. 2167). In Zeiten der Pest ging Röder auf Bitten von Freunden 1564 in die Altmark und wirkte in Magdeburg als Physicus (vgl. Schröder, 1851, Bd. 6).
Verheiratet war Schröder mit Catharina Sindringer, einer Tochter von Bleicard Sindringer, dem kurfürstlich-sächssischen Rat in Wittenberg (Schröder, 1851, Bd. 6). 1565 wieder nach Hamburg zurückgekehrt, verfaßte er eine niederdeutsch geschriebene medizinische Schrift (anderer Druck, Titel 2). Diese gilt als „das älteste hier [in Hamburg – K.-D.H.] gedruckte Buch medizinischen Inhalts“ (Lappenberg, 1840, S. 44). In deren Einleitung erwähnte Röder seinen „Almanach vnd Practica“ für 1564. Röder starb am 18. Januar 1569 in Hamburg (Moller, 1744, Teil 2, S. 732; vgl. Jöcher, 1750/51, Bd. 3, Sp. 2167).
Von den von Röder verfaßten Jahresschriften sind eine kleine „Practica“ für 1562 (Fragment), zwei kleine „Almanach vnde Practica“ für 1563 und 1564 sowie ein kleiner „SchreibKalender“ für 1565 nachgewiesen. Der in Erfurt gedruckte Kalender für 1565 enthält 32 Blätter, davon bringt das Kalendarium einen halben Monat auf den Verso-Seiten und die unbedruckte Schreibseite auf den Recto-Seiten. Dem Kalendarium folgt das kleine „Prognosticon“ (12 Seiten) mit den Kapiteln über die Finsternisse, Krankheiten und Früchte „der Erden“ sowie am Schluß das Kapitel „Von Mondscheinen“ (1 Seite).
Von den in Hamburg lebenden Ärzten verfaßte vor Röder nur → Johann Wolmar Kalender. In Hamburg gedruckte Kalender aus der Zeit vor 1564 (siehe Röders zweite Reihe) sind nur jene von → Magdalena Zeger bekannt.

Titel: Deutscher Kalender:
(1) [?]–1565[?]: SchreibKalender, Format 16°.
Niederdeutscher Kalender:
(2) 1562[?]–1564[?]: Almanach vnde Practica, Format 16°.
Druck und Verlag:
(1) 1565: Melchior Sachse, Erfurt.
(2) 1562: Hans Walthers Erben, Magdeburg, 1563: Andreas Schmidt, Magdeburg, 1564: ?, Hamburg.
Nachweis:
KB Kopenhagen (Ex. für 1665 der Reihe 1). ZKAAD, 1987–1993, Teil 4, S. 312, Nr. 3835 (Practica für 1562 der Reihe 2). VD16. CERL.
Andere Drucke:
(1) (Disputation) Vitus Winsemius (Praeses), Johannes von Bert und Sebastian Röder (Respondenten): […] pro Licentia respondebunt de xxxij. propositionibus prioribus Iohannes A Bert. Vuesaliensis. Et de sequentibus xl. propositionibus Magister Sebastianvs Roder Salfeldensis […]. 22. September 1553. Wittenberg. ThULB Jena, 8 Phil. IV, 36(6). Und in anderer Bibliothek.
(2) Nütte lere und underricht Doct. Sebastiani Röder, idtzundes alhier tho Hamborch, We men sick in düssen gefarlicken Stervendeslüfften holden unde vor der gifftigen Pestilentzischen sücke bewaren schal […]. Hamburg 1565. SUB Hamburg, Scrin A7258. Und in anderer Bibliothek. Andere Ausgabe: Hamburg 1577.

Erstellt: 30.03.2017
Letzte Aktualisierung: 14.11.2019

roeder_sebastian.txt · Zuletzt geändert: 2019/11/14 14:07 von klaus-dieter herbst