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Eichler, Gregor

„Gregorius Eichlerus Gorlic. Lusatius, Der Christlichen Gemein vnd Kirchen zu Görlitz Diaconus“ (Selbstbezeichnung auf dem Titelblatt, zit. 1603)
* 16.3.1562 Görlitz, † 11.1.1611 Görlitz
Kalender seit 1593, verfaßt bis 1610

Gregor Eichler wurde am 16. März 1562 in Görlitz geboren. Die Eltern waren der Schneider Peter Eichler und Ursula Puschmann. Durch den Vater war er verwandt mit → Bartholomaeus Scultetus, bei dem er am 16. Februar 1586 „im Konvivium zu Gast“ gewesen war (Gondolatsch, 1936, S. 104). Nach dem Besuch des Görlitzer Gymnasiums immatrikulierte Eichler sich am 3. Februar 1579 an der Universität in Wittenberg (Förstemann, 1841, Bd. 2, S. 279 „[1579] Februario 3. Georgius Eichler Gorlicensis“). Anschließend wurde er am 10. Februar 1586 Lehrer am Gymnasium in Görlitz, wechselte am 8. Mai 1588 als Pfarrer nach Leuba bei Ostritz und 1594 nach Herwigsdorf bei Zittau, bevor er am 12. Dezember 1595 Diakon in Görlitz wurde (Gondolatsch, 1936, S. 194; vgl. Otto, 1800, Bd. 1, S. 283, Bd. 3, S. 669, Suppl.-bd., S. 79).
Mit Hedwig Zender, Tochter des Diakons Blasius Zender, war Eichler seit dem 5. Oktober 1587 verheiratet (Gondolatsch, 1936, S. 104). Aus dieser Ehe ging mindestens ein Sohn, Victorin, hervor. In dem Brief vom 1. Januar 1608 an → Johannes Kepler erwähnte Eichler diesen Sohn mit Namen (KGW, Bd. 16, S. 105 „Filius meus Victorinus“). Mit Kepler korrespondierte Eichler 1607 und 1608 (KGW, Bd. 15, S. 467–469, 476f., Bd. 16, S. 104f., 110f.). Anlaß war die Kometenschrift von 1607 (anderer Druck, Titel 3), die Eichler an Kepler schickte.
Der von Eichler für 1594 verfaßte Schreibkalender war in der Bibliothek der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz überliefert (Lus. III 442,4 und Mil. B. E. 4° 142i; vgl. Gondolatsch, 1936, S. 104), zählt jetzt aber als Kriegsverlust (geprüft vor Ort am 11.6.2015). Derselbe Jahrgang ist in der Marienbibliothek Halle überliefert (Sang C 77, Nr. 10 (Kalendarium) und 11 (Prognostikum)). Das älteste Exemplar hatte Ernst Zinner gesehen: ein Prognostikum für 1593.

Titel:
1593–1610: Schreibkalender.
Druck und Verlag:
1593–[1600?]: Ambrosius Fritsch (Erben), Görlitz, 1601[?]–1604[?]: Johann Rambau, Görlitz, [1605?]–1610: Nicolaus Schneider, Liegnitz.
Nachweis:
Herbst, 2008a, S. 79. Wernicke, 2012, S. 22. Zinner, 1941/64, S. 305, Nr. 3533 (für 1593). ZKAAD, 1987–1993, Teil 4, S. 340, Nr. 4179 (für 1594). VD16. VD17. CERL.
Andere Drucke:
(1) Beschreibung des Kometen von 1596. [Görlitz] 1596. Zitiert nach Zinner, 1941/64, S. 310, Nr. 3650.
(2) Kurtze Beschreibung Des Nächtlichen Regenbogens/ so in diesem 1603. Jahre/ im Monat Augusto/ nach dem ein grosses vnd vngehewers Vngewitter mit grossen Hageln/ Plitzen vnd Platzregen zu Nacht in oppositione platica Lunae seq. die ad veram [oppositio] tendentis/ ist erschienen/ Da nach dem grawsamen Zorn=Zeichen Gott der Allmächtige auch ein GnadenZeichen in Regione sublunari & aërea vns hat erzeiget. Görlitz 1603. SBPK Berlin, Mz 28250. Online [30.12.2015].
(3) Kurtze Beschreibung Des Cometens/ welcher in diesem 1607. Jahre im Ende des Septembris vnd Anfang des Octobris in der Himlischen Wage/ Scorpion vnd anfang des Schützens sich hat nach der Sonnen Vntergang erzeiget. Gericht auff die Elevation 51. graduum. Görlitz 1607. HAB Wolfenbüttel, A: 42.8 Astron (13).

Erstellt: 04.01.2016
Letzte Aktualisierung: 06.08.2019

eichler_gregor.txt · Zuletzt geändert: 2019/08/06 08:43 von klaus-dieter herbst