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Arthus, Gotthard

„M. Gotardus Arthus Dantiscanus, P. C. Historic. vnd Philo-Mathem. zu Franckfurt am Mayn“ (Selbstbezeichnung auf dem Titelblatt, zit. 1610)
* 11.1.1568 Danzig, † 15.2.1628 Frankfurt am Main
Kalender seit mindestens 1610, verfaßt bis mindestens 1621

Gotthard Arthus wurde am 11. Januar 1568 in Danzig geboren (Bermann, 1851, Teil 2, S. 256). Über seine Eltern und Kindheit konnten keine Einzelheiten ermittelt werden. 1589 begann er mit dem Studium an der Universität Jena (Mentz/Jauernig, 1944, S. 7 „Artus Gothard., Dantiscan. Bor. 1589a, 197“). Der vier Jahre später immatrikulierte Johann Arthus (ebd.) könnte ein Bruder gewesen sein. In Jena wurde Gotthard Arthus 1592 unter Wolfgang Heider, Professor für Ethik, zum Magister promoviert (Jöcher/Adelung, 1784, Bd. 1, Sp. 1148). 1595 wurde er vom Rat der Stadt Frankfurt am Main als Lehrer an die Stadtschule berufen, wo er 1618 Konrektor wurde (ebd.). Er starb am 15. Februar 1628 in Frankfurt am Main (Bermann, 1851, Teil 2, S. 256).
Arthus trat zunächst als Übersetzer von theologischen Schriften und Reiseberichten über die niederländische Seefahrt hervor. Die ersten Publikationen ab dem Jahr 1598 sind Übersetzungen aus dem Lateinischen (Gesner, 1598; Nicolai, 1598) und Niederländischen (Historische Relation, 1601). Von 1603 bis 1626 verfaßte er für den Verleger Sigmund Latomus den „Mercurius Gallobelgicus“ (anderer Druck, Titel 2), der von Michael Janson begonnen worden war. Neben der Tätigkeit als Übersetzer schrieb Arthus auch Vorreden, zum Beispiel für das astrologische Lehrbuch des Brüsseler Arztes Henrik von Lindhout (Lindhout, 1608). 1619 veröffentlichte er eine Kometenschrift (anderer Druck, Titel 6), in der er ausführte, daß die Wiederkunft Christi und damit der Jüngste Tag durch einen Kometen angezeigt werden wird (vgl. Brüning, 2000, S. 140).
Die erste überlieferte kalendarische Schrift ist ein Prognostikum für 1610. Daß Arthus neben den Prognostiken auch Schreibkalender in Quart verfaßte, belegt ein Katalogeintrag in der UB Greifswald, nach dem dort ein „Alter und Newer Schreib Calender“ für 1617 mit dem angehängten „Prognosticon Astrologicum“ vorhanden gewesen war (Sign.: 520/La 195 (12,2)). Zinner verzeichnete auch einen „Schreib Calender sampt Practica … und Historien“ für 1611 (Zinner, 191941/64, S. 348, Nr. 4298), der ebenfalls nicht aufgefunden werden konnte. Anläßlich eines Streites zwischen → Nicolaus Heldvater und → David Herlicius erwähnte Heldvater auch „den hochgelarten M. Gothardum Arthus Dantiscanum, P. C. Histor. & Philomath. zu Franckfurt am Mayn“ (Heldvater: Prognostikum für 1619, S. E3b).
Zwischen Arthus und dem Drucker und Verleger Sigmund Latomus muß eine engere Beziehung bestanden haben, denn Latomus war seit 1618 in zweiter Ehe mit Anna Katharina Arthus verheiratet (Reske, 2007, S. 247). Anna Katharina war eine Schwester von Gotthard Arthus (Meise, 2002, S. 62). Die beiden Söhne → Wilhelm und → Johann Gottfried waren ebenfalls Kalendermacher und führten die vom Vater begonnene Kalenderreihe fort.

Titel:
1610[?]–1621[?]: Schreib Calender (überliefert sind nur zweite Teile).
Druck und Verlag:
1610–1621: Sigmund Latomus, Frankfurt am Main.
Nachweis:
Herbst, 2008a, S. 69. Zinner, 191941/64, S. 348, Nr. 4298 (für 1611) und passim. VD17. CERL.
Online:
Prognostikum 1612, Prognostikum 1621 [18.09.2015].
Andere Drucke (Auswahl):
(1) Americae Pars VIII. Continens Primo, Descriptionem Trivm Itinervm Nobilissimi Et Fortissimi Eqvitis Francisci Draken […]. Frankfurt am Main 1599. Zahlreich überliefert und vielfach online verfügbar.
(2) Mercurii Gallobelgici Sleidano Succenturiati, Sive Rerum In Gallia Et Belgio Potissimum, Hispania Quoeque, Italia, Anglia, Germania, Ungaria, Transylvania, vicinisque locis […] Historicae Narrationis continuatae […]. Frankfurt am Main 1603–1626. Zahlreich überliefert und jahrgangsweise online verfügbar.
(3) Ramo-Philippus, Hoc Est, In Petri Rami Et Philippi Melanthonis, Logicorum Nostri Seculi Celeberrimorum, de Dialectica libros Commentarius, quo praeceptorum Rameorum perfectio […]. Frankfurt am Main 1604. ThULB Jena, 8 MS 30618(1). Online [17.09.2015].
(4) Nicodemi Frischlini Nomenclator trilinguis Graeco-Latino-Germanicus, omnium rerum quae in probatis omnium doctrinarum autoribus inveniuntur, appellationes continens […] studio et opera Gotardi Arthus. Frankfurt am Main 1608. GWLB Hannover, BU 1076. Ausgabe 1612. HAB Wolfenbüttel, H: P 1079.8° Helmst. Online [17.09.2015].
(5) Commentariorum de rebus in amplissimi Antichristi regno a primo eius exordio, ad haec usque tempora maxime memorabilibus, ex innumeris veterum et recentium auctorum monumentis confectorum […]. 3 Bände. Frankfurt am Main 1609. HAB Wolfenbüttel, A: 891 Theol. (2). Weitere Ausgaben 1620, 1625.
(6) Cometa Orientalis, Kurtze vnd eygentliche Beschreibung deß newen Cometen/ so im November deß abgelauffenen 1618. Jahrs in Orient/ oder gegen Auffgang der Sonnen allhie erschienen/ vnd von menniglich gesehen worden. Auß warhafften Astrologischen vnd Historischen Gründen menniglich zur Nachrichtung gestellt/ Durch M. Gothardum Arthusium Dantiscanum, P. C. Histor. & Philo-Mathem. zu Franckfurt am Mayn. ÖNB Wien, 72.T.116.(2). Online [18.09.2015].

Erstellt: 18.09.2015

arthus_gotthard.txt · Zuletzt geändert: 2015/09/21 11:23 (Externe Bearbeitung)