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Amling, Jacob

„Herbip. Phil. & Med. Doct. Prof. Ord. Senior Mathemat. Bamberg. & Herbipol.“ (Selbstbezeichnung auf dem Titelblatt, zit. 1685)
* 25.1.1630 Würzburg, † 17.1.1698 Würzburg
Kalender seit 1664, verfaßt bis 1698
Übernommene Reihen: → Goldmayer, Andreas

Jacob Amling wurde am 25. Januar 1630 in Würzburg geboren. Sein Vater war der Krämer Friedrich Amling (Trenschel, 1997, S. 148). Er studierte an der Universität Würzburg, wo er am 26. November 1646 immatrikuliert wurde (Merkle, 1922, Bd. 1, S. 201 „[1646] XI. 26. Jacobus Amling Herbipolensis, Rhetor, dedit 5 batzios“) und 1662 auch den Doktorgrad mit der Arbeit „Galenohippocratia de affectione hypochondrica“ erwarb (Trenschel, 1997, S. 148). Nachdem Amling von 1662 bis 1668 Physicus in Kitzingen gewesen war, erhielt er am 12. März 1669 einen Ruf als Professor der Medizin an die Universität Würzburg. Von 1670 bis 1681 war er „medicinae doctor, prof. ord. pract. et philomathematicus“ (Sticker, 1932, S.469). Im Mai 1673 erhielt Amling die Bestallung als Leibarzt des Grafen Franz von Hatzfeldt (Bestallungsurkunde vom 28.5.1673, siehe „Frühneuzeitliche Ärztebriefe“, Datenbank „Amling, Jacob“). Er wurde auch Hofmathematiker und starb als Senior der medizinischen Fakultät am 17. Januar 1698 (Trenschel, 1997, S. 148). Das Mainfränkische Museum Würzburg besitzt ein Porträt Amlings aus dem Jahr 1680 (ebd., S. 149).
Die Reihe des Bambergischen Schreibkalenders (Reihe 2) wurde von Andreas Goldmayer begründet und erst von Jacob Amling und nach dessen Tod von → Georg Christian Thumb fortgeführt, danach von → Johann Georg Jäger. Jäger führte auch die Würzburger Kalenderreihe fort. Vor Amling ließen bereits → Wilhelm Upilio, → Adrianus Romanus, → Christoph Upilio und → Johann Walther ihre Schreibkalender in Würzburg drucken.
Auch die Wappenkalender des Fürstbistums Bamberg (Reihen 3, 4) übernahm Amling von Goldmayer. Wie dieser und schon vorher Upilio erhielt Amling dafür von der Hofkammer und vom Domkapitel jeweils „7 fl 1 pfd 20 pfg“ Bamberger Münze bzw. 6 Reichstaler (Biller, 2018, Bd. 1, S. 88, vgl. S. 106, 116), insgesamt also 12 Taler pro Jahr.
Der Stadt- und Ratskalender (Reihe 5) wurde wahrscheinlich für 1673 das erstemal aufgelegt (ebd., S. 181), dessen Stadtansicht „wohl auf eine Vorlage von Jacob Amling in Würzburg auf einem Thesenblatt von Matthäus Küsell von 1658 zurückgeht“ (ebd., S. 180). Ob Amling für den Ratskalender ein Honorar erhielt, ist nicht klar. Josef Biller vermutet sogar, daß Amling über die Weiterverwendung des Kalendariums, das dem Drucker Immel zur Verwendung bei den Wappenkalendern vorlag, beim Ratskalender des Verlegers Sommer, keine Kenntnis hatte (ebd., S. 182).

Titel:
(1) 1664–1698: Historischer SchreibCalender, Format 4°.
(2) 1674[?]–1698: Bambergischer Schreib=Calender, Format 4° [in Nachfolge von Andreas Goldmayer].
(3) 1667–1698: Allmanach Bamberger Bistvmbs, Einblattkalender, Format 2° [Holzschnitt-Wappenkalender des Fürstbischofs zu Bamberg; in Nachfolge von Andreas Goldmayer].
(4) 1667–1698: Allmanach Bamberger Bistumbs, Einblattkalender, Format 2° [Kupferkalender des Domkapitels zu Bamberg; wohl auch in Nachfolge von Andreas Goldmayer].
(5) 1673[?]–1698[?]: Bambergischer Statt u. Rahts Calender, Einblattdruck, Format 2°.
Druck und Verlag
(1) 1664–[?]: Hiob Hertz, Würzburg, 1695[?]–1698: Martin Richter bei Elias Michael Zincks Erben, Würzburg.
(2) 1674–1698: Johann Jacob Immel, Bamberg.
(3), (4) 1667–[1673?]: Andreas Baals, Bamberg, 1674[?]–1698: Johann Jacob Immel, Bamberg.
(5) 1673[?]–1698[?]: Druck Johann Jacob Immel, Bamberg, Verlag Johann Peter Sommer, Bamberg.
Nachweis:
Herbst, 2008a, S. 68f. VD17. CERL. Biller, 2018, Bd. 2, S. 58–60 (Ex. für 1674, 1689 der Reihe 3, Abb. in Bd. 1, S. 277f.), 83–85 (Ex. für 1691, 1693 der Reihe 4, Abb. in Bd. 1, S. 299f.), S. 124–126 (Ex. für 1676, 1689 der Reihe 5, Abb. in Bd. 1, S. 178f., 337).
Online:
(3) 1674, 1689,
(4) 1691, 1693,
(5) 1676 [27.08.2018].
Andere Drucke:
(1) Theses Medicae Theoro-Practicae, In specie De febre Ungarica sive morbo castrensi theses. Würzburg 1675. UB München, 0001/4 Med. 405, UB Würzburg, 35/Diss. 3331.
(2) Disputatio Inauguralis Medica De pleuritide disputatio. Würzburg 1675. UB München, 0001/4 Med. 405, UB Würzburg, 35/Diss. 3334.
(3) Dissertatio Inauguralis Galeno Hippocratica De Affectione Hypochondriaca. Würzburg 1678. UB Würzburg, 35/Diss. 3336.
(4) Integrum Morborum, seu Meteororum insalubrium Mysterium, Hoc est: Hostilis Munimenti Salutis Tremenda Et Truculenta Morborum Cardinalium Circa Sanitatis Arcem Castrametatio […] duabus im Hieroglyphicè demonstratur. Würzburg 1685. UB Würzburg.
(5) Theses Inaugurales Medicae De Theoria Et Therapia Famis Caninae […]. Würzburg 1694. HAAB Weimar, 35, 3:20.

Erstellt: 30.06.2015
Letzte Aktualisierung: 27.08.2018

amling_jacob.txt · Zuletzt geändert: 2018/08/27 11:41 von klaus-dieter herbst