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Jäger, Johann Georg

„Joannes Georgius Jäger, der Artzeney Doctor und Fränckischer Mathematicus in Würtzburg“ (Selbstbezeichnung auf dem Titelblatt, zit. 1700)
* ca. 1663 (Unter)Eisenheim, † 1726 Würzburg
Kalender seit 1700, verfaßt bis mindestens 1725
Übernommene Reihen: → Amling, Jacob; → Thumb, Georg Christian

Johann Georg Jäger wurde um 1663 in (Unter)Eisenheim, ca. 15 km nordöstlich von Würzburg gelegen, geboren. Das ungefähre Geburtsjahr und der Geburtsort wurden aus dem Eintrag in die Matrikel der Universität in Würzburg abgeleitet. Jäger schrieb sich am 27. November 1681 ein (Merkle, 1922, Bd. 1, S. 350 „[1681] XI. 27. Joannes Georgius Jaeger Undereissenheim., Logicus, pauper“). Der 30 Jahre zuvor immatrikulierte gleichnamige Johann Georg Jäger aus Würzburg könnte der Vater gewesen sein (ebd., S. 217 „[1651] XI. 1. Joannes Georgius Jäger Herbipolensis, gratis, Rhetor.“). Am 4. September 1692 wurde Johann Georg Jäger der Jüngere zum Doktor der Medizin promoviert (Biller, 2018, Bd. 2, S. 265; vgl. Hartung, 1692). Nach seiner eigenen Aussage war er um 1700 Arzt und Mathematiker in Würzburg (Selbstbezeichnung 1700). Er starb 1726 in Würzburg (Biller, 2018, Bd. 2, S. 265). Nicht klar ist, ob Jäger noch für die Schreibkalender des Jahres 1726 verantwortlich zeichnete (letzte überlieferte Exemplare sind Kalender für 1725). Spätestens ab den Kalendern für 1727 führte der Sohn → Johann Andreas Jäger die Kalenderarbeit des Vaters fort (vgl. Ex. für 1727 der Reihe 3, vorhanden in der BSB München).
Nachdem Jacob Amling gestorben war, führte Jäger dessen Würzburger Kalenderreihe fort. Die Bamberger Kalenderreihe übernahm Jäger von Georg Christian Thumb.

Titel:
(1) 1700–1701: Schreib=Calender [das ist der domstiftische Wappenkalender für Würzburg; in Nachfolge von Jacob Amling].
(2) 1702–1719: Ordinarij Würtzburger Stadt= und Land=Calender. 1720: ?. 1721–1723: Wirzburger Historischer Stadt= und Land=Calender. 1724–1728: ?. 1729–1778: Ordinarii Würtzburger Stadt= und Land=Calender. 1779–1803[?]: Hochfürstlich=wirzburgischer ordinari Stadt= und Land=Kalender.
(3) 1706[?]–1716[?]: Bambergischer Schreib=Calender [in Nachfolge von Georg Christian Thumb].
(4) 1724[?]–1725[?]: Catholischer Schreib=Calender [fortgeführt bis 1798].
(5) [?]–1711–[?]: Chur=Pfältzisch=Privilegirter Schreib=Calender.
(6) [?]–1719–[?]: Der Eilfertig=Geschwind=Reitent= und Lauffende Kriegs= und Friedens=Bott Oder sehr curieus und lesenswürdigen Schreib=Calender.
(7) 1703–1724[?]: Allmanach Bamberger Bistumbs, Wandkalender, Format 2°.
(7a) Holzschnittkalender, (7b) Kupferkalender.
Druck und Verlag:
(1) Heinrich Engmann, Würzburg.
(2) 1700–1737: Heinrich Engmann, Würzburg, 1738–1778: Marcus Antonius Engmann, Würzburg, 1779–1803: Franz Sebastian Sartorius, Würzburg.
(3), (7) Johann Georg Kurtz, Bamberg.
(4) Joseph Anton Labhart, Würzburg.
(5) Johann Mayer, Heidelberg.
(6) Tusch, Rastatt.
Nachweis:
Herbst, 2008a, S. 111. Brod, 1952, S. 61. SB Bamberg (Ex. ab 1706 der Reihe 3). BSB München (Ex. für 1716 der Reihe 3). UB Würzburg (Ex. für 1700, 1701 der Reihe 1 und für 1702–1803 der Reihe 2 mit Lücken; vgl. Kleinlauth, 1992, S. 21, Anm. 63). UB Augsburg (Ex. für 1724, 1725 der Reihe 4). BLMU München (Ex. für 1725 der Reihe 4). SStB Augsburg (Ex. für 1725 der Reihe 4). PLB Speyer (Ex. für 1711 der Reihe 5). BLB Karlsruhe (Ex. für 1719 der Reihe 6). Biller, 2018, Bd. 2, S. 61 (Ex. für 1713 der Reihe 7a, Abb. in Bd. 1, S. 279), 86–89 (Ex. für 1718 und 1724 der Reihe 7b, Abb. in Bd. 1, S. 302, 303).
Literatur:
Brigitte Kleinlauth: Volkskalender in Unterfranken 1780–1880. Würzburg 1992 (= Mainfränkische Studien, Bd. 52). Zu Johann Georg Jäger: S. 22–24.
Josef H. Biller: Calendaria Bambergensia. Bamberger Einblattkalender des 15. bis 19. Jahr¬hunderts von der Inkunabelzeit bis zur Säkularisation. 2 Bände. Herausgegeben von der Staatsbibliothek Bamberg. Weißenhorn 2018. Zu Johann Georg Jäger: Bd. 2, S. 265.

Erstellt: 25.01.2017
Letzte Aktualisierung: 02.10.2019

jaeger_johann_georg.txt · Zuletzt geändert: 2019/10/02 11:34 von klaus-dieter herbst