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Helwig, Anton

„Antonius Helvigius, Anclamensis Pomeranus, Medicinae & Matheseos studiosus“ (Selbstbezeichnung auf dem Titelblatt, zit. 1619 von Reihe 2)
* 4.2.1593 Anklam, † 10.11.1670 Anklam
Kalender seit 1615, verfaßt bis 1620

Anton Helwig wurde am 4. Februar 1593 in Anklam als Sohn des Stadtarztes → Andreas Helwig und dessen Frau Regina geboren (Lange, 1898, S. 141 mit Verweis auf die Leichenpredigt). Am 20. Dezember 1625 erhielt er die Bestallung als zweiter Stadtphysicus neben dem ersten, Michael Grischow (Hansestadt Anklam, Archiv Museum im Steintor, An 1683, Sippe Grischow; briefliche Mitteilung von Dr. Wilfried Hornburg, Anklam, 19.10.2015). Anton Helwig starb hochbetagt am 10. November 1670 in Anklam (Lange, 1898, S. 141; die Leichenpredigt auf Anton, die in der Sammlung der Vitae Pomeranorum überliefert ist (ebd.), wurde noch nicht eingesehen).
Im April 1611 wurde Anton Helwig an der Universität in Rostock immatrikuliert (Hofmeister, 1889, Bd. 2, S. 303 „Mense Aprili [1611] Antonius Helwigius Anclamensis Pomeranus“). 1614 wechselte er an die Universität in Frankfurt an der Oder (Friedländer, 1887, Bd. 1, S. 576 „Antonius Helwigius Anclamensis“). Nach dem Studium wirkte er als Arzt in seiner Geburtsstadt und wurde dort auch Bürgermeister (Lange, 1898, S. 141). Er heiratete Hedwig Illies (Alvermann/Dahlenberg, 2006, S. 95). Aus dieser Ehe gingen mindestens drei Kinder hervor: Barbara (konfirmiert 1645), Christoph (konfirmiert 1652) und Christina (konfirmiert 1657). Ein erstes Kind starb 1639 als Säugling (evang. Kirchengemeinde Anklam, Kirchenbuch St. Nikolai, Bd. 9 Konfirmandenregister). Der Sohn Christoph Helwig (1642–1690) wurde 1650 an der Universität Greifswald immatrikuliert (Friedländer 1893, Bd. 2, S. 32 „hic filius excellentissimi viri doctoris Antonii Helwigii medici et consulis Anclamensis“). Dessen gleichnamiger Sohn Christoph der Jüngere wiederum verfaßte später die „Geschichte der Medizinischen Fakultät“ der Universität Greifswald. Anton Helwig starb hochbetagt am 10. November 1670 in Anklam (Lange, 1898, S. 141).
Anton Helwig setzte die Kalenderarbeit seines Vaters fort und schrieb bereits als Student die „Ephemeris Astronomica“ bzw. das „Calendarivm Astronomicvm“, das ist eine Zusammenstellung der wichtigsten astronomischen Aspekte für jeweils ein Jahr. Daneben verfaßte er auch die üblichen Schreibkalender. Den für 1617 widmete er den Bürgermeistern von Danzig (APG Gdańsk, Best. 300, 36, Nr. 18, S. 115; für den am 24. September 2019 gegebenen Hinweis auf diese Quelle danke ich Dr. Ulrich Schlegelmilch, Würzburg). Für das Jahr 1619 wurde ein Schreibkalender sowohl in Stettin als auch in Leipzig gedruckt. Als letzter Druck ist ein Prognostikum für 1620 bekannt.

Titel:
(1) 1615: Ephemeris Astronomica. 1616–1619: Calendarivm Astronomicvm, Format 4° [in Nachfolge von Andreas Helwig, Reihe 1].
(2) 1616[?]–1620[?]: Schreibcalender, Format 4° [in Nachfolge von Andreas Helwig, Reihe 2].
(3) 1616[?]–1619[?]: Calendarivm Oder Almanach, Format 12° [in Nachfolge von Andreas Helwig, Reihe 4].
Druck und Verlag:
(1) Johann Eichorn d. J., Frankfurt an der Oder.
(2), (3) 1616–1620: Johann Christoph Landtrachtinger, Stettin.
(2) auch 1619: Druck Lorenz, Kober, Leipzig, Verlag Johann Christoph Landtrachtinger, Stettin.
Nachweis:
Herbst, 2008a, S. 104. ZKAAD, 1987–1993, Teil 4, S. 370, Nr. 4516 (für 1615) und passim (hier sind die Exemplare der UB Greifswald verzeichnet, VD17 nennt diese nicht, vgl. aber GBV). Zinner, 1941/64, S. 362, Nr. 4508 (für 1615) und passim. CERL.

Erstellt: 08.09.2015
Letzte Aktualisierung: 30.09.2019

helwig_anton.txt · Zuletzt geändert: 2019/09/30 08:44 von klaus-dieter herbst