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honold_jacob_pseud

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honold_jacob_pseud [2022/07/13 13:33]
klaus-dieter herbst
honold_jacob_pseud [2022/07/13 13:35] (aktuell)
klaus-dieter herbst
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 Der Drucker (in Offenbach am Main) und Verleger (in Frankfurt am Main) Bonaventura de Launoy d. Ä. brachte bereits unter dem Pseudonym → [[wohlgemuth_friederich_pseud|Friedrich Wohlgemuth]] seit 1698 eine Kalenderreihe mit einem „Hinkende[n] Bot“ heraus. Im Gegensatz dazu war der „Eilende Reichs=Bott“ kein hinkender Bote. Nicht klar ist, weshalb bei diesem Kalender für das Pseudonym ein Name gewählt wurde, dem der damals noch lebende Kalendermacher → [[honold_d._j._jacob|Jacob Honold d. J.]] zuzuordnen ist. Vielleicht verbarg sich dieser hinter dem eilenden Reichs-Boten. Eine Verbindung zwischen Jacob Honold d. J. und dem Drucker und Verleger de Launoy d. Ä. konnte bisher nicht nachgewiesen werden.\\ Der Drucker (in Offenbach am Main) und Verleger (in Frankfurt am Main) Bonaventura de Launoy d. Ä. brachte bereits unter dem Pseudonym → [[wohlgemuth_friederich_pseud|Friedrich Wohlgemuth]] seit 1698 eine Kalenderreihe mit einem „Hinkende[n] Bot“ heraus. Im Gegensatz dazu war der „Eilende Reichs=Bott“ kein hinkender Bote. Nicht klar ist, weshalb bei diesem Kalender für das Pseudonym ein Name gewählt wurde, dem der damals noch lebende Kalendermacher → [[honold_d._j._jacob|Jacob Honold d. J.]] zuzuordnen ist. Vielleicht verbarg sich dieser hinter dem eilenden Reichs-Boten. Eine Verbindung zwischen Jacob Honold d. J. und dem Drucker und Verleger de Launoy d. Ä. konnte bisher nicht nachgewiesen werden.\\
-Die Reihe des eilenden Reichs-Boten-Kalenders (Jacob Honold) setzte für das Jahr 1709 ein (vgl. das Quellenzitat: „in diesem 1709ten Jahr das erste mal“) und ist zu unterscheiden von der parallel erschienenen Reihe des hinkenden Boten-Kalenders (Friedrich Wohlgemuth). Das Impressum des eingesehenen Exemplars für 1709 lautet „Franckfurt am Mayn/ Meßzeiten zu finden im Barfüsser Creutzgang bey Bonaventura de Launoy/ Hoch=Fürstl. Naussau= und Hoch=Gräfl. Ysenburgischen Hof=Buchdruckern zu Offenbach“ (Titelseite). Durch ein römisch-kaiserliches Privilegium war der Kalender vor Nachdruck geschützt. Bisher konnten nur für vier weitere Jahrgänge (1772, 1786, 1791, 1807) die Titelseite eines eilenden Reichs-Boten-Kalenders ermittelt werden. Das in der Stadtbibliothek Mainz aufbewahrte Exemplar für 1807 des hinkenden Boten-Kalenders (so ausgewiesen auf dem zweiten Titelblatt, Verfasser „Friedrich Wohlgemuth, genannt der Hinkende Bote“, Druck und Verlag Heinrich Gottlieb Hauch, Offenbach am Main) besitzt als erstes Titelblatt das des eilenden Reichs-Boten („Der Eÿlende Reichs Bott“, gezeichnet ist der Bote mit zwei gesunden Beinen). Ein anderes und im Priesterseminar Trier aufbewahrtes Exemplar des hinkenden Boten-Kalenders für 1807 (zweites Titelblatt wie beim Exemplar in Mainz) zeigt als erstes Titelblatt tatsächlich den hinkenden Boten („Der Hinkende Bott“). Demnach erschien der eilende Reichs-Boten-Kalender bis mindestens 1807. Beide Kalenderreihen sind zu unterscheiden, was auch durch die unterschiedlichen Verfassernamen (Jacob Honold und Friedrich Wohlgemuth) deutlich wird (vgl. Greilich/Mix, 2006, S. 416, 420, wo die Exemplare als nur zwei verschiedene Ausgaben einer einzigen Reihe betrachtet werden).\\ +Die Reihe des eilenden Reichs-Boten-Kalenders (Jacob Honold) setzte für das Jahr 1709 ein (vgl. das Quellenzitat: „in diesem 1709ten Jahr das erste mal“) und ist zu unterscheiden von der parallel erschienenen Reihe des hinkenden Boten-Kalenders (Friedrich Wohlgemuth). Das Impressum des eingesehenen Exemplars für 1709 lautet „Franckfurt am Mayn/ Meßzeiten zu finden im Barfüsser Creutzgang bey Bonaventura de Launoy/ Hoch=Fürstl. Naussau= und Hoch=Gräfl. Ysenburgischen Hof=Buchdruckern zu Offenbach“ (Titelseite). Durch ein römisch-kaiserliches Privilegium war der Kalender vor Nachdruck geschützt. Bisher konnten nur für vier weitere Jahrgänge (1772, 1786, 1791, 1807) die Titelseiten eines eilenden Reichs-Boten-Kalenders ermittelt werden. Das in der Stadtbibliothek Mainz aufbewahrte Exemplar für 1807 des hinkenden Boten-Kalenders (so ausgewiesen auf dem zweiten Titelblatt, Verfasser „Friedrich Wohlgemuth, genannt der Hinkende Bote“, Druck und Verlag Heinrich Gottlieb Hauch, Offenbach am Main) besitzt als erstes Titelblatt das des eilenden Reichs-Boten („Der Eÿlende Reichs Bott“, gezeichnet ist der Bote mit zwei gesunden Beinen). Ein anderes und im Priesterseminar Trier aufbewahrtes Exemplar des hinkenden Boten-Kalenders für 1807 (zweites Titelblatt wie beim Exemplar in Mainz) zeigt als erstes Titelblatt tatsächlich den hinkenden Boten („Der Hinkende Bott“). Demnach erschien der eilende Reichs-Boten-Kalender bis mindestens 1807. Beide Kalenderreihen sind zu unterscheiden, was auch durch die unterschiedlichen Verfassernamen (Jacob Honold und Friedrich Wohlgemuth) deutlich wird (vgl. Greilich/Mix, 2006, S. 416, 420, wo die Exemplare als nur zwei verschiedene Ausgaben einer einzigen Reihe betrachtet werden).\\ 
 Der Verfasser des Reichs-Boten-Kalenders vertrat klare aufklärerische Positionen. In seiner ersten Ansprache an die Leser forderte er im Kalender für 1709 das Beachten der „beyden Wegweiser[] des menschlichen Lebens“, der christlichen Nächstenliebe und der Vernunft (Quellenzitat). Dementsprechend füllte er den Kalender nicht mit „Possen und garstige[n] Historien“, sondern mit „Staats=Regeln“, „Sitten=Lehren“ und politischen Nachrichten. Im Kalender für 1709 betrafen die Nachrichten den „mißlungenen Anschlag der Frantzosen auff Schottland“ im Jahre 1708 (Kalender für 1709, S. F1a–b) mit deutlicher Kritik an Ludwig XIV. („In summa Ludwig XIV. ist unglücklich/ dann er hat seine sachen ausser Gott in seinem eigenen willen angefangen/ dahero er am ende nichts/ als schaden und verlust zu gewarthen hat.“), den „herzlichen Sieg/ welchen die hohen Alliirten ohnfern Audenarde erstritten haben“ (am 11. Juli 1708) (S. F2a–4a) sowie die „Relation/ an Ihro Käyserl. Majest. von der vom commandirenden General Heyster glücklich wider die Courrutzen befochtenen Action/ welche den 3. Augusti 1708. unweit Trentschin in Ungarn beschehen“ (S. F4a–b). Danach folgt die „Grosse Practica“ mit den traditionellen kalendarisch-astrologischen Kapiteln. Der Verfasser des Reichs-Boten-Kalenders vertrat klare aufklärerische Positionen. In seiner ersten Ansprache an die Leser forderte er im Kalender für 1709 das Beachten der „beyden Wegweiser[] des menschlichen Lebens“, der christlichen Nächstenliebe und der Vernunft (Quellenzitat). Dementsprechend füllte er den Kalender nicht mit „Possen und garstige[n] Historien“, sondern mit „Staats=Regeln“, „Sitten=Lehren“ und politischen Nachrichten. Im Kalender für 1709 betrafen die Nachrichten den „mißlungenen Anschlag der Frantzosen auff Schottland“ im Jahre 1708 (Kalender für 1709, S. F1a–b) mit deutlicher Kritik an Ludwig XIV. („In summa Ludwig XIV. ist unglücklich/ dann er hat seine sachen ausser Gott in seinem eigenen willen angefangen/ dahero er am ende nichts/ als schaden und verlust zu gewarthen hat.“), den „herzlichen Sieg/ welchen die hohen Alliirten ohnfern Audenarde erstritten haben“ (am 11. Juli 1708) (S. F2a–4a) sowie die „Relation/ an Ihro Käyserl. Majest. von der vom commandirenden General Heyster glücklich wider die Courrutzen befochtenen Action/ welche den 3. Augusti 1708. unweit Trentschin in Ungarn beschehen“ (S. F4a–b). Danach folgt die „Grosse Practica“ mit den traditionellen kalendarisch-astrologischen Kapiteln.
  
honold_jacob_pseud.txt · Zuletzt geändert: 2022/07/13 13:35 von klaus-dieter herbst