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oswald_johannes

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klaus-dieter herbst
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 Johannes Os[s]wald wurde um 1566 in der fränkischen Stadt Zeil geboren. Über die Eltern und Kindheit konnten keine Einzelheiten ermittelt werden. Am 3. Juni 1584 wurde Oswald in die Matrikel der Universität in Wittenberg eingeschrieben (Förstemann, 1841, Bd. 2, S. 322 „[1584. Iunio.] 3. Johannes Oswaldus Zeillensis Francus“). Aus dem Jahr 1584 dieser Immatrikulation wird auf das ungefähre Geburtsjahr 1566 geschlossen. Als studentischer „Senior“ trat Oswald Ende Dezember 1588 in Erscheinung, indem er gemeinsam mit anderen „Studenten, die am ‚Gemeinen Tisch‘ teilnahmen, eine Petition an die Universität“ einreichte. Darin wurde gefordert, daß sich die Universität dafür einsetzen solle, daß der Kurfürst die 1587 vorgenommene Erhöhung des Tischgeldes um einen auf fünf Groschen zurücknehmen solle. Die Aktion hatte teilweisen Erfolg, denn das Tischgeld wurde wieder reduziert, allerdings nur um einen halben Groschen (Gößner, 2003, S. 123). Bis 1591 erwarb Oswald den Magistergrad (vgl. Selbstbezeichnung auf dem Titelblatt des Prognostikums für 1592). 1595 bezeichnete er sich noch als „zu Wittenberg“ weilend. Oswald hielt sich bis mindestens 1598 in Wittenberg auf (vgl. Datum des Widmungsschreibens im Kalender für 1599). Danach verliert sich dessen Spur.\\ Johannes Os[s]wald wurde um 1566 in der fränkischen Stadt Zeil geboren. Über die Eltern und Kindheit konnten keine Einzelheiten ermittelt werden. Am 3. Juni 1584 wurde Oswald in die Matrikel der Universität in Wittenberg eingeschrieben (Förstemann, 1841, Bd. 2, S. 322 „[1584. Iunio.] 3. Johannes Oswaldus Zeillensis Francus“). Aus dem Jahr 1584 dieser Immatrikulation wird auf das ungefähre Geburtsjahr 1566 geschlossen. Als studentischer „Senior“ trat Oswald Ende Dezember 1588 in Erscheinung, indem er gemeinsam mit anderen „Studenten, die am ‚Gemeinen Tisch‘ teilnahmen, eine Petition an die Universität“ einreichte. Darin wurde gefordert, daß sich die Universität dafür einsetzen solle, daß der Kurfürst die 1587 vorgenommene Erhöhung des Tischgeldes um einen auf fünf Groschen zurücknehmen solle. Die Aktion hatte teilweisen Erfolg, denn das Tischgeld wurde wieder reduziert, allerdings nur um einen halben Groschen (Gößner, 2003, S. 123). Bis 1591 erwarb Oswald den Magistergrad (vgl. Selbstbezeichnung auf dem Titelblatt des Prognostikums für 1592). 1595 bezeichnete er sich noch als „zu Wittenberg“ weilend. Oswald hielt sich bis mindestens 1598 in Wittenberg auf (vgl. Datum des Widmungsschreibens im Kalender für 1599). Danach verliert sich dessen Spur.\\
-Obwohl nur die zweiten Teile der Kalender, die Prognostiken, überliefert sind, ist gesichert, daß Oswald auch die Kalendarien verfaßteIn seinem Kalender für 1587 führte er aus, daß er „diese Practicam [...] mit sampt dem vorhergehenden Kalender auff das gemeldt 87. Jar“ zu publizieren sich entschlossen habe und diese den „Herrn Burgermeister/ Richter vnd Rath der Statt Zeill“ widme, „weil ich vor einem Jar ewern geneigten willen gnugsam verstanden“ (Kalender für 1587, zweiter Teil, S. A2a). Hieraus folgt auch, daß Oswald schon für 1586 einen Kalender herausgegeben hat. Im Widmungsschreiben an den Edlen „Wolff Schilling zu Roditz“, seinen „günstigen Junckern etc.“, heißt es ähnlich: „dieses Prognosticon/ sampt dem Calender“ (Kalender für 1594, zweiter Teil, S. A2b).\\+Von den Kalendarien ist nur ein Exemplar (für 1588 im StA Stralsund) überliefert. Im zweiten Teil seines Kalenders für 1587 führte er aus, daß er „diese Practicam [...] mit sampt dem vorhergehenden Kalender auff das gemeldt 87. Jar“ zu publizieren sich entschlossen habe und diese den „Herrn Burgermeister/ Richter vnd Rath der Statt Zeill“ widme, „weil ich vor einem Jar ewern geneigten willen gnugsam verstanden“ (Kalender für 1587, zweiter Teil, S. A2a). Hieraus folgt auch, daß Oswald schon für 1586 einen Kalender herausgegeben hat. Im Widmungsschreiben an den Edlen „Wolff Schilling zu Roditz“, seinen „günstigen Junckern etc.“, heißt es ähnlich: „dieses Prognosticon/ sampt dem Calender“ (Kalender für 1594, zweiter Teil, S. A2b).\\
 Welche Rolle Oswald als Magister an der Wittenberger Universität spielte, konnte nicht ermittelt werden (vgl. Kathe, 2002, wo Oswald keine Erwähnung findet). Offenbar gehörte er theologisch zu den Lutheranern, die sich mit den Calvinisten auseinandersetzten. Hierzu nutzte er auch die Kalender, denn darin schrieb er wider jene: Marginalie „Calvinisten.“ „Ja viel verfelschen Gottes Wort vnd wollens nach ihrer vernunfft meistern vnd reguliren/ bringen Menschen Lehr/ erdichte Glossen/ vnd wollen dieselben an statt Gottes Wort den Menschen mit gewalt auffdringen“ (Kalender für 1595, zweiter Teil, S. A2b). Welche Rolle Oswald als Magister an der Wittenberger Universität spielte, konnte nicht ermittelt werden (vgl. Kathe, 2002, wo Oswald keine Erwähnung findet). Offenbar gehörte er theologisch zu den Lutheranern, die sich mit den Calvinisten auseinandersetzten. Hierzu nutzte er auch die Kalender, denn darin schrieb er wider jene: Marginalie „Calvinisten.“ „Ja viel verfelschen Gottes Wort vnd wollens nach ihrer vernunfft meistern vnd reguliren/ bringen Menschen Lehr/ erdichte Glossen/ vnd wollen dieselben an statt Gottes Wort den Menschen mit gewalt auffdringen“ (Kalender für 1595, zweiter Teil, S. A2b).
  
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-Letzte Aktualisierung: 06.11.2019+Letzte Aktualisierung vor 20.01.2020: 06.11.2019\\ 
 +Letzte Aktualisierung nach 20.01.2020: 14.07.2022
  
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